| Jan |
| 28 |
| 20:30 |
| Jan |
| 29 |
| 20:30 |
Meine Rezension finden Sie hier:
http://european-cultural-news.com/mord-im-burgtheater/
Am 9. Mai 1925 berichtet das „Wiener Extrablatt“ über einen unglaublichen Anschlag
im berühmten Burgtheater: eine mazedonische Terroristin hat während einer Aufführung
von „Peer Gynt“, während der Szene des sinkenden Schiffes, drei Kugeln auf
einen Landsmann abgefeuert.
„Panica“, sagte die Terroristin zu ihrer Rechtfertigung während des Prozesses,
„ist ein schlechter Mazedonier“. Konnten die Wiener Zuschauer mit dieser tragischen
Zugabe etwas anfangen, mit dieser Abrechnung, die mitten unter ihnen in einer fremden
Sprache geschehen war? Die tschetschenische Geiselnahme im Moskauer Musiktheater
im Jahr 2002 war somit eine Wiederholung der Geschichte: ein Terrorakt wird schon
fast banal. Alles nichts Neues, es sei denn, „das Spektakel des Terrorismus zwingt uns
den Terrorismus des Spektakels auf“ (Jean Baudrillard).
Dieser Linie scheint das Stück zu folgen. Von der Grundidee tragisch angelegt, enthält
es jedoch oft auch hintergründige Komik. Gespickt mit historischen Anspielungen und
unglaublichen Archivbildern, lässt „Mord im Burgtheater“ auch die Schauspieler zur vollen
Geltung kommen. Acht an der Zahl, vielseitig und bühnenerfahren, wechseln sie blitzschnell
vom tragischen ins komische Fach, um kurzerhand eine Arie zu schmettern, u.a. wenn
es auf der Melodie von „Wien, Wien, nur Du allein“ um die große Alma Mahler geht.
Regisseur, Filmemacher, Philosoph und im Nebenfach noch Bulgare, schreibt Ivan Stanev:
„Der Auftritt eines Komödianten: mit todernster Miene verkündet er den Weltuntergang.
Ich glaube ihm sofort: die Wirklichkeit sieht oft wie ein schlechtes Theater aus.
Genau das ist der Witz.“ (Text: Le Maillon)












Facebook
Twitter
RSS