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	<title>European Cultural News &#187; Wolfgang Amadeus Mozart</title>
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		<title>Sébastien Giot – Held eines Abends</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 07:34:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Mozart]]></category>
		<category><![CDATA[OPS]]></category>
		<category><![CDATA[Orchestre Philharmonique Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Philharmonisches Orchester Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Giot]]></category>
		<category><![CDATA[Sergej Rachmaninow]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Amadeus Mozart]]></category>

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Manchmal kommt es anders – als man denkt. Unter d [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1789" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/GIOT1-photo-meyer-Wanner.jpg"><img class="size-medium wp-image-1789" title="GIOT1 photo meyer Wanner" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/GIOT1-photo-meyer-Wanner-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Sébastian Giot (photo: meyer wanner)</p></div>
<p>Manchmal kommt es anders – als man denkt. Unter diesem Motto könnte der Konzertabend des 31. März im „Palais de la musique et des congrès“ in Straßburg betitelt werden, denn nur wenige Stunden vor Aufführungsbeginn erlitt die Solistin des geplanten zweiten Konzertes dieses Abends – die Pianistin Mihaela Ursuleasa einen Schwächeanfall.</p>
<p>In aller Eile musste für diesen Konzertteil &#8211; sie hätte die Rhapsodie über ein Thema von Paganini, komponiert von Sergej Rachmaninow, spielen sollen – Ersatz gesucht werden. Unmöglich, in wenigen Stunden einen Einspringer für diesen Part zu finden, aber – manchmal liegt das Gute so nah. Der Oboist des Orchesters, Sébastien Giot, erklärte sich spontan bereit, mit Mozarts Konzert für Oboe und Orchester op.  314 auszuhelfen.</p>
<p>Giot, der dieses Konzert schon im Jänner in der Kirche in Obernai zelebriert hatte, zeigte nicht nur, was wahre Nervenstärke ist, sondern welch großartigen Oboisten das OPS beherbergt. Das für das Mozartkonzert verkleinerte Orchester, das mit dem Gastdirigenten Kirill Karabits nur wenig „Aufwärmzeit“ hatte, verließ sich auf seine mit Geoffrey Styles einstudierte Interpretation und begleitete Giot, der spielte, als ginge es um sein Leben, extrem einfühlsam. Nie kam es in Versuchung, die feine französische Oboe Giots zu übertrumpfen, sondern ließ sich ganz im Gegenteil auf den kammermusikalischen Stil des Werkes ganz ein. Ein Unterfangen, das im großen Saal Erasme nicht leicht zu bewerkstelligen ist, aber dennoch gelang. Giot überzeugte das Publikum mit seiner subtilen, singenden Melodieführung, seinem unglaublichen Atemvolumen und seiner fingerbrecherischen Geläufigkeit. Sein jugendliches, frisches Auftreten bezauberte genauso, wie seine musikalische Professionalität, die er diesesmal als Solist vor großem Publikum unter Beweis stellen konnte.<br />
Neben seiner Interpretation gestalteten sich die großen Orchesterwerke dieses Abends, so unerwartet dies klingen mag, als schönes Rahmenprogramm.</p>
<p>Anlässlich des russisch-französischen Freundschaftsjahres, das gerade begangen wird, war ursprünglich – wie bereits angeführt – ein rein russisches Programm vorbereitet gewesen. Im ersten Programmteil, den Polowetzer Tänzen aus der Oper Fürst Igor von Alexander Borodin, kam auch der vielstimige Chor des OPS, gleitet von Catherine Bolzinger, zum Einsatz. Die bekannten Melodien Borodins, der Zeit seines Lebens hauptberuflich als Arzt und Wissenschafter tätig war, markierten die Interpretation von Karabits, die nicht auf Einzelheiten, sondern auf das gesamte Klangvolumen ausgerichtet war. Oft wird dieses Stück am selben Abend aufgrund seiner klanglich schönen Vergleichbarkeit mit der Carmina burana von Carl Orff aufgeführt, die 65 Jahre später entstand. Dies zeigt, wie sehr Borodin mit den fremden Klangfarben im 19. Jahrhundert neue Maßstäbe setzte. Für diesen Abend jedoch wurde als Ausklang die 4. Symphonie Tschaikowskys gewählt. Ein Werk, in dem der gesamte Bläserapparat stark gefordert ist und jener des OPS diese Herausforderung bestens bestand. Diesesmal war dem Publikum wohl mehr als sonst bewusst, wer der Oboe im Klangkörper Leben einhaucht. Karabits dirigierte mit sichtbarem Enthusiasmus und Verve und verstand, dem enthusiastischen Applaus auch zwischen den Sätzen, sowie einer Generalpause, mit einem Lächeln in Richtung Zuhörererschaft die schöne Seite dieser ansonst unüblichen und eher als störend empfundenen Beifallsbekundung anzunehmen.</p>
<p>Ein – auch aufgrund des zahlreichen sehr jungen Publikums – sehr turbulenter Abend mit vielen überraschenden Wendungen, der zeigte, dass auch leise Töne von den Zuhörerinnen und Zuhörern durchaus gewürdigt werden.</p>
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		<title>Wenn Trauer die Seele berührt</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/wenn-trauer-die-seele-beruhrt/1892/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 14:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Adagio]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Haefliger]]></category>
		<category><![CDATA[Claus Peter Flor]]></category>
		<category><![CDATA[Gustav Mahler]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Martin Kraus]]></category>
		<category><![CDATA[OPS]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Amadeus Mozart]]></category>

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		<description><![CDATA[

Langsam zieht er vorbei, der lange Trauerzug Gustav [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1895" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/02/Andreas-Haefliger-111.jpg"><img class="size-medium wp-image-1895" title="Andreas Haefliger (11)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/02/Andreas-Haefliger-111-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Andreas Haefliger (c) OPS</p></div>
<p>Langsam zieht er vorbei, der lange Trauerzug Gustavs III. Voran die Trommel, die den getragenen Schritt vorgibt, den die Trauergäste einhalten. Es bedarf nicht mehr, als einige dieser verhaltenen Schläge, um sich das Defilee genau vorstellen zu können. Die adeligen Damen in ihren langen, schwarzen Gewändern und Schleiern sowie die Offiziere, die ihre aus Pietät abgenommenen Hüte vor sich hertragen. Sie versammeln sich zur Verabschiedung des schwedischen Königs, der am 29. März 1792 gestorben war. Er fiel einem Attentat zum Opfer, das während eines Maskenballes in der Nacht vom 16. zum 17. März in der Oper von Stockholm auf ihn verübt worden war. Fast 70 Jahre später hat Giuseppe Verdi dieses Ereignis als Anlass für seine Oper „Ein Maskenball“ genommen, obwohl der Ort verlegt und einige Personen, nach heftigen Tumulten gegen das geplante Stück, umbenannt werden mussten. Zu groß war die Angst, das politisch motivierte Attentat, das von adeliger Seite aus geplant und durchgeführt worden war, würde auch in Italien Schule machen. Gustav III bezahlte es mit seinem Leben, dass er eine neue Verfassung nach englischem Vorbild einführen wollte, was auf Privilegien vieler Adeliger Auswirkungen gehabt hätte. Joseph-Martin Kraus (1756-1792), seinem Haus- und Hofkomponisten, blieb die traurige Aufgabe, für die Verabschiedung die Musik zu komponieren. Seinen nahen Tod im Dezember desselben Jahres dürfte er schon gespürt haben, und so kann das Werk auch durchaus als sein ganz persönlicher Lebensabgesang interpretiert werden.</p>
<p>Dass diese Begräbnissymphonie nun in Straßburg vom OPS unter der Leitung des Gastdirigenten Claus Peter Flor aufgeführt wurde, hängt auch damit zusammen, dass sie sehr selten zu hören ist. Ein Umstand, der Marc Albrecht wohl gereizt haben muss, der für das Programm dieser Saison verantwortlich zeichnet. Flor lässt an diesem Abend, der neben Kraus auch Mozart und Mahler gewidmet ist, das Orchester spiegelverkehrt zur gängigen, zeitgenössischen Aufführungspraxis Platz nehmen. Durch die Aufstellung der Bässe auf der linken, und der Geigen auf der rechten Seite, hinter denen die Trommel sich versteckt duckte, zeigt der Dirigent anschaulich, dass sich die Aufführungspraxis des Barock auch in ihrer Orchesteraufstellung gänzlich von heute unterschied. Kraus Werk ist eine Trauermusik voll bizarrer Einsprengsel, egal ob scharfer Trompetentöne oder Trommelklänge. Der Choral im dritten Satz, der ein schwedisches Kirchenlied zum Vorbild hatte, lässt erkennen, wie sehr Bach in Europa zum Vorbild für dieses Genre geworden war. Der Kanon, der sich in allen Stimmen bald darauf findet, und der einem wunderschönen Hornsolo folgt, das wegen seiner verhaltenen Spielweise und seiner großer Sprünge als Herausforderung für jeden Hornisten gelten kann, beginnt kurzfristig die Trauerstimmung aufzuhellen. Kraus war ein Komponist seiner Zeit, dem christlichen Gedanken verpflichtet, weswegen er hier aber auch die Heilsbotschaft der Auferstehung und des ewigen Lebens durchklingen lässt. Er macht damit erduldbar, was dem Menschen nicht erduldbar erscheint und stellt ein musikalisches, zartes Licht in die Mitte der schwarz gefärbten Trauer. Es ist wohl Claus Peter Flor zu verdanken, dass sich diese Komposition für ein Staatsoberhaupt durch seine Interpretation in ein menschliches Maß verwandelte, das allen Menschenbürgern zur Ehre gereichen würde.</p>
<p>Mit dem Konzert für Klavier und Orchester Nr 12 von Wolfgang Amadeus Mozart verschränkte sich durch den zweiten Satz, dem Andante, der Hinweis auf das schon angesprochene menschliche Maß zur Kraus´schen Musik in besonderer Art und Weise. Der Solist, Andreas Haefliger, verstand es, der pianistischen Versuchung zu widerstehen, sich in den Köpfen des Publikums als rasender Technikbeherrscher einzunisten. Vielmehr gelang ihm ein viel größeres Kunststück. Das „Parlieren“ seiner rechten Hand im Gegensatz zur fast schon orchestral eingesetzten Linken, die er zu Beginn des ersten Satzes wie ein zartes Begleitinstrument verwendete, machten schnell deutlich, dass es ihm darum geht, den musikalischen Aufbau aufzudecken und diesen nicht durch bewusst zur Schau gestellte Virtuosität tot zu spielen. Wie er im zweiten Satz das Tempo so stark zurücknahm, sodass genügend Raum blieb, um den getragenen Emotionen tatsächlich Platz zu lassen, beeindruckte stark. Die kleinen Läufe und Triller spielte er wie beiläufig, wie eingestreut, und missbrauchte sie niemals in einer Art circensischem Selbstzweck. Mit einem feinen, subtilen Gefühl für die Klangfarbe brillierte er, ohne dabei übertreiben zu müssen. Auch sein Zwiegespräch mit dem Orchester im dritten Satz, in dem dunkle, ja fast ahnungsvolle Einschübe hörbar wurden, zeugt von einer Musikalität, die sich aus einer tief empfundenen Emotion speist. Erlebbare, fast greifbare Menschlichkeit war zu hören. Etwas, das auf der Bühne beinahe verloren gegangen ist,  aber mit Haefliger wie von einer anderen Dimension her wieder zu leuchten begann. Dies zeigte sich auch in seiner Zugabe mit dem langen h-moll Adagio KV 540, das er zu Beginn ganz nahe an einem Largo interpretierte.  In einem dunklen Erzählstil, nur durch kurze Aufhellungen vereinzelt durchbrochen, wurde durch diese Musik und vor allem Haefligers Interpretation klar, dass manches im Leben unbeantwortet stehen bleiben muss, unbeantwortet und unbesprochen bleiben muss, weil darüber, wie im Wittgenstein´schen Sinne, nicht gesprochen werden kann. Wer sich so von seinem Publikum verabschiedet, ist sich der Wirkung der Musik bewusst und hat es nicht notwendig, als Zirkuspferdchen auf dem Klavier zu agieren. Das Straßburger Publikum kann sich nur wünschen, einmal einen Soloabend mit Haefliger hören zu dürfen.</p>
<p>Mit dem Abschluss, Mahlers Adagio aus der 10. Symphonie, zeigte Claus Peter Flor, wie differenziert er diese schwierige Partitur ausmusizieren lässt, wie sehr er sich auch selbst emotional auf diese Musik einlässt. Dass das Werk eine Klammer zu Kraus und Mozart darstellt, die aufzeigt, wie rasant sich die Musik in knapp über hundert Jahren weiter entwickelt hat, kann noch als ein zusätzlicher Lernaspekt angesehen werden, für den man dankbar sein darf. Ein dunkler Abend voller menschlicher Wärme, die man vor dem Fernsehschirm so wohl niemals spüren kann.</p>


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		<title>Obernai und die unglaubliche Flüchtigkeit der Musik</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/obernai-und-die-unglaubliche-fluchtigkeit-der-musik/1781/</link>
		<comments>http://european-cultural-news.com/obernai-und-die-unglaubliche-fluchtigkeit-der-musik/1781/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 22:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Elgar]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Schubert]]></category>
		<category><![CDATA[Geoffrey Styles]]></category>
		<category><![CDATA[OPS]]></category>
		<category><![CDATA[Philharmonisches Orchester Straßburg]]></category>
		<category><![CDATA[Sébastien Giot]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Amadeus Mozart]]></category>

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		<description><![CDATA[

Das lang gezogene Mittelschiff der Kirche in Oberna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1780" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/STYLES_Geoffrey.jpg"><img class="size-medium wp-image-1780" title="STYLES_Geoffrey" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/STYLES_Geoffrey-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Geoffrey Styles (c) OPS</p></div>
<p>Das lang gezogene Mittelschiff der Kirche in Obernai bietet vielen Besuchern Platz. Vielleicht waren es die Kälte und der leichte Schneefall, dass an diesem kalten Winterabend einige Plätze leer blieben. Wer nicht zum Konzert des OPS, des Philharmonischen Orchesters Straßburg,  kam, hat aber etwas versäumt. Mozart und Schubert standen auf dem Programm, mit sichtbarer Freude dirigiert von Geoffrey Styles, der sonst in Bordeaux an der Oper und mit dem dortigen „orchestre national de Bordeaux Aquitaine“ arbeitet. „Normalerweise hört man das Divertimento für Streicher KV 136 von Mozart diiiiiiiii- diiiiiiiii- daba daba daba daba dam diiiiiiiiiii-diiiiiiiiiiii-diiiiiiiiiii“ sang der Dirigent bei einem Interview einige Tage vor dem Konzert das Eingangsthema des ersten Satzes stark akzentuiert vor. „Wir spielen es aber anders, mit sehr viel legato“, fügte er dann erklärend rasch hinzu. Und tatsächlich könnte man seine Interpretation fast schon „weich gespült“ nennen, wäre da nicht auch die Akustik in der Kirche, die ihre Tücken in sich hat. Der hohe Raum – das Orchester kam unter der Vierung zu sitzen – entlässt jeden Ton, noch bevor er sich breitmachen kann, was Styles Legatoansatz bei Mozart rechtfertigte. Je länger ein Ton in dieser Umgebung gestrichen oder geblasen wird, umso verständlicher ist die Musik zu hören, und wenn dies seine Intention war, dann hat er sie wohl mit Bedacht und Vorausschau gewählt. Was in den hohen Frequenzen teilweise dennoch nur zu erahnen war, kam in den Bässen dafür umso stärker zum Tragen. Das bereitete den Celli und Bässen bei diesem Konzert einen großen Auftritt. Sie unterfütterten besonders Mozart mit einem klar strukturierten, aber nie kalt gespielten Klangmuster, dem man gerne seine Aufmerksamkeit schenkte. Mozarts Werk, das er als junger Mann geschrieben hatte, verbreitete Freude und Leichtigkeit und erweckte beinahe den Eindruck, dass es sich um einen Abend handeln würde, der mit wenig Tiefgang ausgestattet war. Das aber war eine Täuschung. Vielmehr stellte es nur den Auftakt zu einem Werk dar, das vom Solisten hohes Können, herausragende Musikalität und einen langen Atem verlangte.</p>
<div id="attachment_1789" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/GIOT1-photo-meyer-Wanner.jpg"><img class="size-medium wp-image-1789" title="GIOT1 photo meyer Wanner" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/01/GIOT1-photo-meyer-Wanner-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Sébastian Giot (photo: meyer wanner)</p></div>
<p>Sébastian Giot, erster Oboist des OPS, ließ mit seiner Interpretation des Konzertes für Oboe und Orchester KV 314im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen. Trotz einer Verkühlung entlockte er seinem Instrument alle Klangfarben, die ihm innewohnen, und nötigte den Dirigenten, sich nach ihm zu richten und nicht umgekehrt. Geoffrey Styles tat gut daran, das Orchester Giots Einsätzen bzw. Vorgaben unterzuordnen, was zeigte, dass er ein sensibler Dirigent, ohne eigene Starallüren ist. Eine charakterliche Kombination, die sich sehr wohltuend von anderen, eher marktschreierischen Tendenzen in diesem Beruf abhebt. Mit Giot gelang an diesem Abend aber tatsächlich eine Idealbesetzung. Wer ihn einmal als Solist gehört hat, wird ihn sicherlich zukünftig auch im Orchester selbst unter den Bläsern heraushören.  Nicht nur technisch brillant, sondern vor allem mit einer Musikalität ausgestattet, die höchsten Respekt abnötigt, machte er Finessen hörbar, über die viele seiner Kollegen gerne mit technischer Bravour hinweg spielen. Von melancholisch singend bis brillant leuchtend kann seine Interpretation beschrieben werden, die keine Wünsche offen ließ. Und wer weiß, wie wichtig freie Atemwege für Bläser sind, kann ermessen, welch nicht nur musikalische, sondern vor allem auch physische Leistung der junge Musiker  an diesem Abend vollbrachte. Ein doppeltes Bravo an dieser Stelle für diese gelungene Darbietung.</p>
<p>Mit Schuberts dritter Symphonie forderte Styles anschließend nicht nur die Musiker, sondern auch die Zuhörer. Er ließ in einem Tempo spielen, das atemberaubend war und den ersten und letzen Satz durch diese rasende Dynamik wunderbar umklammerte. Selbst wenn dem Publikum der Charakter Schuberts nicht bekannt gewesen wäre – nach dieser Interpretation schien er eigentlich wie ein offenes Buch. Lebenslustig und melancholisch, nervös und nach vorne jagend, so klang auch diese Symphonie die, und das konnte man an diesem Abend besonders gut erfahren, oftmals fälschlich als musikalisches „Leichtgewicht“ tituliert wird. So rasch die Töne der drei Konzerte in der Kirche in Obernai verflogen, so sehr setzten sich jene der Zugabe ganz frech noch lang ins Ohr. Nämlich die einer kleinen Liebeserklärung von Edward Elgar, der in den letzten Jahren völlig zu recht immer stärker in den Konzertsälen Platz findet. Das einschmeichelnde Motiv begleitete das Publikum noch lange, was wieder einmal zeigt, dass gute Musik auch ganz, ganz einfach gestrickt sein kann.</p>
<p>Hier noch eine kleine Impression, gestaltet von Obernai Tv:</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_SJM5a8hpzA&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_SJM5a8hpzA&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>


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		<title>Cosi fan tutte an der ONR in Straßburg</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 15:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Cosi fan tutte]]></category>
		<category><![CDATA[David Mc Vicar]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrickje Van Kerckhove]]></category>
		<category><![CDATA[Jacquelyn Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Weisser]]></category>
		<category><![CDATA[ONR Straßburg]]></category>
		<category><![CDATA[Opera national du rhin]]></category>
		<category><![CDATA[Ottavio Dantone]]></category>
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		<category><![CDATA[Stephanie Houtzeel]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Amadeus Mozart]]></category>
		<category><![CDATA[Yannis Thavoris]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Opera national du Rhin in Straßburg huldigte i [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1523" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/dsc_5754-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1523" title="dsc_5754-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/dsc_5754-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser1-300x189.jpg" alt="Cosi-fan-tutte Straßburg (Photo: Alain Kaiser)" width="300" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Cosi-fan-tutte Straßburg (Photo: Alain Kaiser)</p></div>
<p>Die Opera national du Rhin in Straßburg huldigte im Dezember Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Oper „Cosi fan tutte“. Die Wiederaufnahme der Inszenierung von David Mc Vicar aus dem Jahr 2005 lieferte neue Stimmen und bestach, wie schon vor vier Jahren, vor allem durch das Bühnenbild, an dem man sich kaum satt sehen konnte.</p>
<p>In seinem Mittelpunkt standen zwei realistisch wiedergegebene Felsblöcke im Wasser, die bis ins letzte Bild hin metaphorisch aufgeladen waren. Verkörperten sie doch die Standhaftigkeit, bzw. die Untreue der beiden Schwestern Fiordiligi und Dorabella. Sie versprachen ihren Verlobten Ferrando und Giulielmo , die vorgaben in den Krieg ziehen zu müssen, ewige Treue, die dann doch nur einen einzigen Tag lang hielt. Mit Jacqueline Wagner und Stephanie Houtzeel wählte Marc Clémeur, der Intendant der ONR, zwei wunderbar ausgewogene Stimmen, die sich auf das beste ergänzten. Sie standen ebenbürtig nebeneinander ohne jedoch ihre einzelnen Vorzüge zu verlieren. Jacquelyn Wagner  die auch in hohen Lagen klar und sicher sang, wie auch ihre Partnerin Stephanie Houtzellnicht, waren nicht nur klanglich, sondern auch optisch eine ideale Besetzung. Der warme, nur eine Spur dunklere Mezzosopran  Houtzellnichts zeigte ebenfalls keine einzige Unsicherheit und blieb den Abend hindurch eine einzige Freude. Ihnen zur Seite gestellt agierten der Tenor Sébastien Droy als Ferrando und Johannes Weisser  völlig adäquat; wenngleich beide Sänger ihre Stimmen erst nach einer gewissen Aufwärmphase in ihrem Bestzustand gebracht hatten. Das von vielen als skurril empfundene Libretto wird in Mc Vicars Interpretation verständlicher, vor allem, weil er eine gute Idee an den Schluss der Oper setzte. Es sind nicht die Paare, die zu Beginn Liebe füreinander verspürten, die gemeinsam in ihre Zukunft blicken, sondern die umgekehrte Paarkonstellation, die es noch einmal wagt, das Leben zu zweit weiter zu bestreiten. Nach den vorgefallenen Vertrauensbrüchen ist dies wahrlich eine der wenigen logischen Möglichkeiten, die Oper nachvollziehbar ausklingen zu lassen.</p>
<p>Das Bühnenbild von Yannis Thavoris besticht vor allem deswegen, weil man sich tatsächlich in warme, italienische Gefilden versetzt vorkommt, denen man eigentlich nicht gerne wieder in die Kälte der Nacht entfliehen möchte. Auch die Szene, in welcher sich Fiordiligi und Dorabella mit ihren vermeintlich neuen Verehrern, die doch nur die verkleideten Verlobten sind, nachts im Park treffen, strotzt vor der Wärme einer mit Lampions erhellten Sommernacht. Die gelungene Beleuchtung von Paule Constable trug ihr Übriges zu diesen Wohlfühlmomenten bei. Hendrickje Van Kerckhove als Kammerzofe Despina, aber auch als Doktor und Advokat, brillierte als unbändigbares Energiebündel, das zwar am Ende der Oper einsehen muss, nur benutzt worden zu sein, aber dennoch nicht in Gram versank. Peter Savidge, der die Partie des Don Alfonso sang, welcher die jungen Männer davon überzeugt, dass auch ihre Frauen keine unbezwingbaren Göttinnen sind, agierte den ganzen Abend über mit listiger Souveränität, die er auch in seinem schlanken Bassbariton zum Ausdruck brachte.</p>
<p>Die musikalische Leitung des Philharmonischen Orchesters Mulhouse oblag Ottavio Dantone, dem es gelang, das auf schlanke Barockausmaße reduzierte Ensemble nahe an historische Klangfarben heranzuführen. Dies ließ zu, dass der musikalische Aufbau sehr transparent wurde. Die rein instrumentale Überleitung zur Nachtszene gestaltete sich als kleines, kammermusikalisches Erlebnis. Nicht ein einziges Mal mussten die Sängerinnen und Sänger gegen den schlanken Klangkörper ankämpfen,  vielmehr beeindruckte gerade die Zartheit der Instrumente, mit der Dantone Mozarts Musik erklingen ließ.</p>
<div id="attachment_1520" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/dsc_5864-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser.jpg"><img class="size-medium wp-image-1520" title="dsc_5864-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/dsc_5864-cosi_fan_tutte_photo-alain-kaiser-300x199.jpg" alt="Cosi-fan-tutte Straßburg (photo: Alain Kaiser)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Cosi-fan-tutte Straßburg (photo: Alain Kaiser)</p></div>
<p>Die in tausende Stücke berstenden Felsen, die im letzten Bild wie in einem Filmstill erscheinen, verweisen zwar auf den Treuefall, lassen aber zugleich erahnen, dass sich dadurch Neues, Lebendiges ankündigt. Ein schöner Schluss, der dem Publikum eine Versöhnung mit den psychologischen Wirrnissen ermöglicht und vor allem das Thema Schuld nicht alleine auf den Frauen sitzen lässt.</p>


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