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	<title>European Cultural News &#187; TJP</title>
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		<title>Das hässliches Menschlein</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 13:55:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Premières]]></category>
		<category><![CDATA["festival premières"]]></category>
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Maral Ceranoglu, eine junge Türkin, erobert mit ih [...]]]></description>
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<div id="attachment_3413" class="wp-caption alignleft" style="width: 458px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/06/Vilain-petit-être-humain-©-Tolga-Ozgal-01.jpg"><img class="size-full wp-image-3413" title="Vilain petit être humain © Tolga Ozgal 01" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/06/Vilain-petit-être-humain-©-Tolga-Ozgal-01.jpg" alt="" width="448" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Cirkin insan Yavrusu - photo Tolga Ozgal</p></div>
<p>Maral Ceranoglu, eine junge Türkin, erobert mit ihrem Stück „Cirkin insan Yavrusu“, was in der deutschen Übersetzung so viel heißt wie „das hässliche Menschlein“, Europas Bühnen. Ihr letzter Halt war anlässlich des „festival premières“ in Straßburg.</p>
<p>Die drei jungen Tänzerinnen und Schauspielerinnen Yelda Baskin, Gülce Uğurlu und Elif Ürse zeigten dort, mit welchen Vorurteilen Lesbierinnen, Kurdinnen und religiöse, Kopftuch tragende Frauen in der Türkei zu kämpfen haben. Das Stück, das authentische Geschichten im Hintergrund aufweist, kommt zwar mit dem erhobenen Zeigefinger an, dennoch überwiegt der lockere Transport dieses sperrigen Themas. Dies erreicht Geranoglu hauptsächlich durch die Spielfreude und das schauspielerische Talent ihrer Protagonistinnen, sowie den bewussten Einsatz von Komik. „Das hässliche Entlein“ von Hans Christian Andersen, das von seiner Familie verstoßen wird und zum Schluss der schönste Schwan wird, den man weit und breit je gesehen hat, wird als Untergeschichte mit erzählt. So wie in jenem Märchen wendet sich auch bei Ceranoglu jedes einzelne Lebensschicksal zum Guten. Sie vermittelt, dass gerade die Repressalien, denen die drei Frauen von ihren Familien, in der Schule oder am Arbeitsplatz ausgesetzt waren, den Ausschlag gaben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch bis dorthin bietet sie in einer Mischung aus Theater und Tanzrevue, wenngleich auch mit einer sehr reduzierten Choreographie, die Möglichkeit, von der Kindheit, der drei je eine Minderheit verkörpernden Frauen, zu berichten. Von Kindheiten, die bestimmt waren von unerklärlichen Reaktionen der Erwachsenen, von Verboten, die nicht verstanden werden konnten und vom Ausgestoßenwerden aus einer Freundesgemeinschaft, die das Anderssein erbarmungslos bestraft. In drei wunderbaren komödiantisch dargestellten Szenen ging es dann ans Eingemachte. Alle gängigen Klischees gegen die angesprochenen Minderheiten wurden jeweils in einem grotesk überzeichneten Dialog ans Tageslicht, respektive auf die Bühne geholt. Sei es, dass Kurdinnen wie am Fließband Kinder gebären würden, sei es, dass Lesbierinnen aus kranken Familien stammten oder sei es, dass verschleierte Frauen unter ihrem Schleier nur teure Designermarken tragen würden. Die dazu wunderbar anschaulich eingesetzte Körpersprache, in der die Frauen einen schwerfällig, ja verkrüppelten Gang imitierten, wies auf die Kruditäten hin, die hinter diesen Aussagen stecken.</p>
<p>Das Stück eignet sich hervorragend, um Jugendliche mit der Problematik der Vorverurteilung von Außenseitern zu konfrontieren. Nur die Tatsache, dass für alle drei unterschiedlichen Frauenpersönlichkeiten dieselbe Schlussfolgerung aus den Erlebnissen ihrer Vergangenheit gezogen wurde – nämlich die „Jetzt-zeige-ich-es-ihnen-erst-recht“-Attitüde gilt leider nicht für alle Betroffenen. Der schöne Regieeinfall am Ende des Stückes – das im Übrigen eine Gemeinschaftsarbeit aller Beteiligter darstellt – die ideale, moderne Türkin zu portraitieren – machte es schlussendlich möglich, alle Frauen im Publikum mit ins Boot zu holen in dem es heißt: „Rudere brav mit, sei erfolgreich, positiv gestimmt, familienfreundlich und vor allem &#8211; sei ja nicht anders als die anderen – sonst weißt du, was dich erwartet.“</p></p>


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		<title>Die Geschichte der Krabben – oder Äsop im 21. Jahrhundert</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 10:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater | Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Giboulées de la Marionnette]]></category>
		<category><![CDATA[Histoire de crevettes]]></category>
		<category><![CDATA[Le Maillon]]></category>
		<category><![CDATA[TJP]]></category>

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Das Le-Maillon in Straßburg konnte im Rahmen des F [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2685" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/04/Histoiredecrevettes.jpg"><img class="size-full wp-image-2685" title="Histoiredecrevettes" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/04/Histoiredecrevettes.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Histoire de crevettes (photo: Pauline Kalker)</p></div>
<p>Das Le-Maillon in Straßburg konnte im Rahmen des Festivals „Giboulées de la marionnette“ mit einer Inszenierung aufwarten, die in jeglicher Hinsicht aus dem Rahmen fiel. „Histoire de crevettes“ oder „Die Geschichte der Krabben“ ist eine Parabel auf das menschliche Leben unserer Zeit, vorgeführt mit – kleinen Crevetten, die zum Teil mit Kostümen oder Accessoires versehen, bewegt werden. Um das Spiel mit dem kleinen Meeresgetier – es handelt sich tatsächlich um ca. 100 Crevetten, die für jede Vorstellung wieder frisch vom Fischmarkt geholt werden &#8211; dem Publikum auch sichtbar zu machen, werden die Aktionen der „Crevettenspieler“  live mitgefilmt, und auf eine große Leinwand übertragen. Die menschlichen Akteure bewegen sich zwischen großen Tischen auf der Bühne hin und her. Auf ihnen sind kleine Bühnenbilder aufgebaut, in denen die Krabben von Hand, per Stäbchen oder Fäden geführt, ihre menschliche Seite hervorkehren.</p>
<p>Gleich die ersten beiden Bilder umreißen das Geschehen des Abends wie mit einer großen Klammer. Ein einfacher, schlichter Holzsarg, umgeben von einigen Plastikrosen, macht deutlich, dass wir mitten drin sind, in einer Beerdigungsszenerie. Nach wenigen, eindringlichen Bildsekunden klopft eine Krabbe, mit schwarzem Zylinder ausstaffiert auf das Mikro und macht eine Test-Test-Test-Hörprobe. Ein zweites Tierchen beginnt, mit einem Besen den Boden vor dem Sarg aufzukehren und sich mit dem sich um die Technik bemühenden Leichenbestatter zu unterhalten. Nicht, dass sich das Gespräch nun, wie man erwarten könnte, um den Toten im Sarg handelt, nein, die „Putzfrau“ mokiert sich über ein zeitgenössisches Kunstwerk an der Wand, das ein unglaublicher Staubfänger sei, den man schwer reinigen könne. Die Betroffenheit des Publikums kippt sofort in Fröhlichkeit; was kurzzeitig schwer im Gemüt lag, fliegt nun plötzlich humorig hoch in die Lüfte. Doch noch ehe das Publikum von der Komikwelle in noch höhere Wohlfühlzustände  gespült wird,  kommt ein filmischer Schnitt.  Eine stöhnende, auf einem weißen Krankenhausbett liegende Krabbe ist, nach ihren Atemgeräuschen und den Anfeuerungen der daneben stehenden Hebamme gerade dabei, ein Junges zu gebären. Und tatsächlich, nach wenigen Sekunden, liegt dieses in einer roten Blutlache vor ihr auf dem Bett.</p>
<p>Tod und Leben, der ewige, menschliche Kreislauf ist es, um den sich die Erzählungen und kleinen Eindrücke der Krabbengeschichten drehen. Sie tun dies schonungslos und halten den Menschen im Saal einen Spiegel vor. Die Botschaft, die sie transportieren, ist aber durch die Transformation in diesen Meeresfrüchtezustand viel leichter zu verdauen, als würde man all diese Szenen in realiter mit Schauspielerinnen und Schauspielern drehen. Dass dabei in einigen Szenen tiefschwarzer Humor zum Einsatz kommt, kennzeichnet die dahinter liegende Idee von der allgegenwärtigen Grausamkeit und gleichzeitigen Absurdität des Lebens, die nur ertragen werden kann, wenn sich durch den Einsatz von schwarzem Humor ein Ventil öffnet. So zum Beispiel in jener Szene, in der eine Schlange von wartenden Krabben zu sehen ist, die mit allerhand Hausrat und Kunstgegenständen – wie in der Serie Kitsch und Krempel – darauf warten, ihre Trophäen der Schätzung von Spezialisten zu präsentieren. Als die Kamera nach der Fahrt über die wartenden Kunstliebhaber beim Expertentisch angekommen ist, zoomt sie auf eine Gliederpuppe, die von drei Krabben genau unter die Lupe genommen wird. Wie dann aus dem Gespräch ersichtlich wird, handelt es sich bei „diesem schönen Stück“ um die Leiche eines jungen Mädchens, dessen Wert leider etwas herabzusetzen sei, da sie – „zwischen den Beinen erkennbar – missbraucht wurde“. So schwarz und so trocken der Humor ist, der von der Gruppe „Hotel Modern“ aus Holland hier vorgesetzt wird, so treffen doch viele ihrer Aussagen den Nagel auf den Kopf. Der Besuch im Europapark, in dem eine von drei Krabben sich angesichts des Arc de Triomphe an die Zeit ihrer Verlobung mit ihrem Mann erinnert – „der damals noch nicht im Rollstuhl saß“ – lässt von einer Sekunde auf die andere das Publikum in einer Achterbahn der Gefühle talwärts und wieder hinauffahren. Die männliche Krabbe zeigt auf das daneben aufgebaute „Nazi-Konzentrationslager Auschwitz“, das in Miniatur zu sehen ist, und dessen Schriftzug aufgrund des kleinen Maßstabs schwer zu lesen ist. So wird aus „Arbeit macht frei“, „Arbeit macht Blei“, was dahingehend interpretiert wird, dass Arbeit an sich etwas schwer zu Ertragendes ist und mit Blei dafür die adäquate Metapher gefunden wurde. Lachend wendet sich die Krabbe von den winzigen Baracken ab und verleiht seiner Freude lautstark Ausdruck, einen so schönen Nachmittag schon lange nicht mehr erlebt zu haben.</p>
<p>Was sich Pauline Kalker, Herman Helle, Arlène Hoornweg, Arthur Sauer und Ineke Kruizinga mit ihrer Krabbengeschichte ausgedacht haben, ist, großes Betroffenheitstheater so zu verpacken, dass die Spielzeit von einer Stunde zu kurz erscheint. In über 30 kurzen Sequenzen breitet „Hotel Modern“ ein Kaleidoskop unseres täglichen Lebens vor uns aus, angefangen von den Zuständen in einer Autowerkstatt, einem Operationssaal oder einem Restaurant, bis hin zur Mondlandung, einer Teufelsaustreibung oder einem Liebesakt im Doppelbett. Ihr Theater spielt sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig ab. Nicht nur, dass wie in den Fabeln von Äsop hier die Tierwelt menschliche Züge trägt, sondern das Spiel, die Agitation mit den Krabben ist, wendet man seinen Blick von der Leinwand auf die Spieler, parallel mitzuverfolgen. Die Scheinwelt des allgegenwärtigen Mediums Film führt sich mit einem Augenschlag von uns ad absurdum. Schöner und subtiler kann Medienkritik wohl nicht präsentiert werden. Großen Anteil am Gelingen hat Arthur Sauer, seines Zeichens Komponist, denn er begleitet das Stück über mit Live-Einspielungen und Liveacts, welche die akustische Untermalung der Szenerie bieten. Dass die hoch technisiert ausgestattete Bühne angesichts der eindrucksvollen Szenen auf der Leinwand dennoch in den Hintergrund tritt, ist dem Phänomen der großen, bewegten Bilder geschuldet. Wobei wieder bewiesen wäre: Der Mensch, das Augentier, will getäuscht werden! Ein großer, zeitgeistiger als zeitgeistig verpackter Theaterabend, der Schwarz und Weiß so nebeneinander präsentiert, dass einem dabei schwindlig werden könnte.</p>


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		<title>Marionettentheater für die ganz Kleinen – ganz groß!</title>
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		<comments>http://european-cultural-news.com/marionettentheater-fur-die-ganz-kleinen-%e2%80%93-ganz-gros/2554/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 22:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater | Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Grand Père]]></category>
		<category><![CDATA[Liviu Berehoï]]></category>
		<category><![CDATA[TJP]]></category>
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		<description><![CDATA[ 



Im Rahmen des Marionettenfestivals „Giboulee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2556" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong> </strong><strong><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/03/GrandPere.png"><img class="size-medium wp-image-2556" title="GrandPere" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/03/GrandPere-300x199.png" alt="" width="300" height="199" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Grand Père am TJP in Straßburg (c) TMG</p></div>
<p>Im Rahmen des Marionettenfestivals „Giboulees de la Marinnette“, was soviel wie „ein Hagelschauer voller Marionetten“ bedeutet – gastierte das Marionettentheater aus Genf mit der Inszenierung „Großvater“ im TJP in Straßburg.</p>
<p>Der aus Bukarest stammende Liviu Berehoï, ein Meister der Marionettenspieler, arbeitet seit 17 Jahren mit dem Theater in der Schweiz zusammen. Er verzauberte das junge Publikum, das zwischen 2 und 4 Jahre alt war, mit einer 30minütigen Geschichte. Baba, eine kleine Marionette in rotem Ballettkleidchen schläft im großen, weiten Lodenmantel des „Großvaters“,  der auf einer Reise zum Himmel, für die er auf eine Leiter steigen muss, ihr die Sonne, den Mond und die Sterne auf die Erde holt. Überglücklich widmet sich das Mädchen ausgelassen dem neuen Spielzeug, bis es ihm zu langweilig wird. Von nun an müssen schon lebendige Gespielen heran, um die Kleine bei Laune zu halten. Liviu Berehoï versucht es mit einer kleinen Maus, die sich in Babas Zehen festbeißt, mit einem zwitschernden Vogel und einem Hund, der viel zu rasch die Freude an Kunststücken verliert, um sein „Enkelkind“ froh zu machen. Aber erst Titi, der kleine männliche Gegenspieler zu Baba weiß ihr Herz zu rühren. Mit wenigen Worten nur, aber viel kindlichem Gemurmel und noch mehr lachender Fröhlichkeit von Baba fesselt der Marionettenmeister das junge Publikum und ist vielleicht dafür verantwortlich, dass einige von ihnen sich bald wieder mit ihren Eltern in ein Theater auf den Weg machen werden.</p>


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		<title>Aus Kindern werden alte Leute</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/aus-kindern-werden-alte-leute/1832/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 07:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater | Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Dans ma maison de papier]]></category>
		<category><![CDATA[j´ai des poèmes sur le feu]]></category>
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		<category><![CDATA[Philippe Dorin]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kleines Mädchen ist in ihrem Zimmer dabei, sich au [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1833" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/02/dans-ma-maison.jpg"><img src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2010/02/dans-ma-maison-300x199.jpg" alt="" title="dans ma maison" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-1833" /></a><p class="wp-caption-text">Sandra Denis und Orianne Bernard in einem Stück von Philippe Dorin (C) Cie Sémaphore</p></div>Ein kleines Mädchen ist in ihrem Zimmer dabei, sich auf einzelnen Blättern Papier ihr Häuschen aufzumalen. Sie stellt sich vor, wie es aussehen könnte, das Häuschen, in dem sie leben würde, in dem es ihr gefallen könnte. Mit wenigen Worten umschreibt sie das Geschehen, kommentiert ihre Zeichnungen und legt sie zurecht. „Licht aus!“ sagt sie noch, bevor sie sich schlafen legt und im nächsten Moment ist es stockdunkel. „Licht an!“ hört man eine sehr ähnliche, wenngleich auch ältere Stimme den Befehl zur Erhellung geben und dann folgt ein kleiner Schockmoment. Das eben noch kleine Mädchen ist nun eine ältere, grauhaarige Frau geworden. Unter der sehr intelligenten Regie von Denis Woelffel kam im TJP, dem Theater der Jugend in Straßburg, das Stück „In meinem Haus aus Papier habe ich Gedichte auf dem Feuer“  von Philippe Dorin zur Aufführung. Ein Kinderstück eigentlich, das aber auch bei jenen Erwachsenen seine Wirkung nicht verfehlt, die sich auf eine einfache Sprache einlassen können, in der dennoch viel verborgen liegt, was nicht auf Anhieb zu erkennen ist. Dorin schrieb einen wunderbar lyrischen Text, der sich mit dem Tod, gespielt von Quentin Lemaire, auseinandersetzt. Mit der Vergänglichkeit und dem, was vielleicht bleibt – oder auch nicht. Der nichts beschönigt, aber auch keine Angst verbreitet. Das kindliche Alter Ego der Frau, bei der der Tod anklopft und ihr Rosen überreichen will, die sie aber nicht annimmt, rebelliert gegen das nahe Ende. Knipst das Licht immer wieder an, so wie es Kinder tun, die sich vor dem Dunkel der Nacht fürchten, und versucht mit allerlei Tricks den Tod, von dem es doch nur eine vage Ahnung hat, was er sein könnte, hinauszuschieben. „Hast du Hunger? Hast du Durst? Ist dir kalt? Hast du Angst?“ All diese Fragen, die sie der alten Frau stellt, die ihr den Tod versucht begreiflich zu machen, kann diese verneinen. Tröstliche Gedanken, die versuchen, das Unbeschreibliche mit wenigen Worten doch begreifbar zu machen. Orianne Bernard und Sandra Denis spielen berührend das kleine Mädchen und die ältere Frau, die beide den Tod, in zu kurzen Hosen und mit einem kleinen, schwarzen Hut auf dem Kopf, mehr staunend als fürchtend bemerken. Dorin, der hauptsächlich für Kinder schreibt, gelang mit dem Stück ein Kunstgriff, der gleichermaßen über die realen Ängste der Kinder erzählt, wie auch über das allmähliche Loslassen älterer Leute vom Leben. So einfach sich der Text auf den ersten Blick auch präsentiert, so kunstvoll ist die Verschränkung der beiden Erzählebenen gelungen. Selbst als die alte Frau alle Rosen zu einem Strauß in ihrer Hand aufgenommen hat und das Licht ein letztes Mal erlischt, bleibt weder Angst noch Bitterkeit. </p>


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