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	<title>European Cultural News &#187; Festival Musica</title>
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		<title>ZeitgenÃ¶ssische Kunst vom Feinsten</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 17:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[accentus â€“ axe 21]]></category>
		<category><![CDATA[Dai Fujikura]]></category>
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		<category><![CDATA[Ensemble intercontemporain]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
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		<category><![CDATA[Yann Robin]]></category>

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		<description><![CDATA[Das fulminante Abschlusskonzert des Festivals Musica in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Das fulminante Abschlusskonzert des Festivals Musica in Strasbourg bestritt das Ensemble intercontemporain gemeinsam mit UnterstÃ¼tzung des accentus â€“ axe 21 unter der Leitung der finnischen Dirigentin Susanna MÃ¤lkki.</strong></em></p>
<div id="attachment_514" class="wp-caption aligncenter" style="width: 665px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MÃ„LKKI_BILLARD_diri-Â©-Aymeric-WarmÃ©-Janville.jpg" target="_blank"><img class="size-large wp-image-514 " title="MÃ„LKKI_BILLARD_diri Â© Aymeric WarmÃ©-Janville" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MÃ„LKKI_BILLARD_diri-Â©-Aymeric-WarmÃ©-Janville-1024x682.jpg" alt="Susanna MÃ¤lkki, Alain Billard - Foto: Â© Aymeric WarmÃ©-Janville" width="655" height="437" /></a><p class="wp-caption-text">Susanna MÃ¤lkki, Alain Billard - Foto: Â© Aymeric WarmÃ©-Janville</p></div>
<p>Das Konzert war nicht nur von der Besetzung her vom Feinsten, sondern auch das Programm war so gut gewÃ¤hlt, dass es schon Vorfreude auf die nÃ¤chste Saison weckte.  Werke vom japanischen Komponisten Dai Fujikura (geb. 1977) sowie vom Australier Yann Robin (geb. 1974) standen auf dem Programm, dessen Abschluss von Luciano Berios (1925-2003) Laborintus II zelebriert wurde.</p>
<p>Alle Werke verdienen die Bezeichnung zeitgenÃ¶ssische Musik tatsÃ¤chlich, denn sie stehen in keiner Weise nachahmend und epigonenhaft in Traditionen, deren tief eingefahrenen Ackerwege nur mÃ¼hsam entkommen werden kann. Ganz im Gegenteil. Lucianos Werk, entstanden 1965, in welchem er sich auf Dante bezieht, dessen Texte in einer Bearbeitung von Edoardo Sanguineti zum Einsatz kamen, hat von seiner ursprÃ¼nglichen Frische Ã¼berhaupt nichts eingebÃ¼ÃŸt und kann heute noch als Meilenstein auf dem Weg vorwÃ¤rts in eine neue musikalische Epoche gelten.  Nicht umsonst ist es bewusst als Finale des gesamten Festivals ausgewÃ¤hlt worden. Die Vermischung zwischen dem szenischen Spiel des ErzÃ¤hlers, der sich zwischen den Musikern des Orchesters und den SÃ¤ngern bewegt, die  neuartige Stimmverwendung von rasendem Geschrei bis hin zu gezischelten und dennoch gut verstÃ¤ndlichen Textpassagen, sowie der respektlose Umgang mit den Instrumenten, die sich weit von ihrem herkÃ¶mmlichen, symphonischen Einsatz entfernen, verleiht diesem Werk zurecht Kultstatus. Beeindruckend waren die solistischen Leistungen von Fosco Perinti sowie ValÃ©rie Philippin,  Laurence Favier Durand und ValÃ©rie Rio, die auch mit ihrer Spielfreude dazu beitrugen, dass die Grenze zwischen Kunst und RealitÃ¤t nur mehr durch eine hauchfeine, unsichtbare Membran getrennt war. Sein ungestilltes Verlangen nach dieser Frau, das in Raserei und schlieÃŸlich endgÃ¼ltiger Aufgabe umschlÃ¤gt, berÃ¼hrte und wÃ¼hlte auf, seine LÃ¤uterung erweckte Mitleid und als er schlieÃŸlich sich neben das Dirigentenpult auf den Boden legte und seine Augen schloss, hatte man das BedÃ¼rfnis diesen verletzten Menschen zu beschÃ¼tzen â€“ besser kÃ¶nnen Emotionen musikalisch ausgedrÃ¼ckt, nicht auf die BÃ¼hne gebracht werden.</p>
<p>Dai Fujikura ist ganz ein Kind seiner Zeit, die von visuellen, elektronischen Medien geprÃ¤gt ist. Er prÃ¤sentierte â€žsecret forestâ€œ ein Werk aus dem Jahr 2008, in welchem er eine musikalische Natur erschafft, die er nach seinen WÃ¼nschen gestaltet.Â  â€žWenn ich im Wald bin, wÃ¼rde ich den VÃ¶geln am liebsten sagen, dass sie nicht so einen Krach machen sollen und ihre GesÃ¤nge mehr abwandeln kÃ¶nntenâ€œ meint der Komponist. Er teilt das Orchester in zwei Gruppen, einerseits den Streichern auf der BÃ¼hne und andererseits den BlÃ¤sern und Percussionisten, die er neben dem Publikum Aufstellung nehmen lÃ¤sst und verbindet diese beiden Teile durch den Fagottisten, der inmitten des Publikums leicht erhÃ¶ht thront. Ihm ist die Rolle des Mannes zugeschrieben, der durch den Wald schreitet und die beiden Elemente â€“ die die Streicher, die sich durch die Dirigentin in Fujikuras Welt wie Marionetten leiten lassen und die BlÃ¤ser â€“ die das unbÃ¤ndigbare Getier des Waldes imitieren, verbindet. Besonders schÃ¶n gelang ihm der Schluss seines Werkes, in welchem er Wind- und Wasserrauschen imitiert und in die polyphone Partitur einarbeitet â€“ bis hin zum allmÃ¤hlichen Ausklingen, dem man noch lange in die Stille seines kÃ¼nstlichen Waldes nachlauschte.</p>
<p>Als eine Ãœberraschung und einen HÃ¶hepunkt zugleich muss das Konzert von Yann Robin bezeichnet werden. Die orchestralen SchlÃ¤ge im Fortissimo, die schon von der ersten Note weg Schneisen in die Saalluft schnitten und ihre stÃ¤ndige Wiederaufnahme, lassen zwar EinflÃ¼sse gerade von Berio erkennen, sind aber so eigenstÃ¤ndig verarbeitet, dass nicht der leiseste Gedanke an Eklektizismus aufkommen kann.  Das Werk â€žMetal IIIâ€œ ist der letzte Teil einer Serie, in welcher sich der Komponist mit der Kontrabassklarinette besonders auseinandergesetzt hat. Die Kraft, Macht, Brillanz, Energie und das Leuchten des Metalls standen laut seinen eigenen Aussagen Pate fÃ¼r die Arbeit.  Was man hingegen tatsÃ¤chlich hÃ¶rt, sind Urschreie, GebrÃ¼ll, Gewinsel, Aufbegehren und Raserei von einer undefinierten Mensch-Tier-Gattung, die vor allem durch das Soloinstrument,  gespielt von Alain Billard, ausgedrÃ¼ckt wird. Die Verfremdung und Einspielung Ã¼ber die Lautsprecherboxen, kurz zuvor vernommener TÃ¶ne und Laute, lÃ¤sst das Publikum sich nicht nur inmitten dieses beinahe schon kÃ¶rperlich greifbaren, akustischen Geschehens befinden, sondern es verursacht dumpfe GefÃ¼hle von Bedrohung und Irritation. Immer wieder schwappen die klanglichen Eruptionen des Orchesters in Soloparts der Kontrabassklarinette Ã¼ber, in welcher alle MÃ¶glichkeiten, das Instrument zu verwenden, ausgeschÃ¶pft werden. Rein aspirierende, rhythmische KlÃ¤nge wechseln mit solchen, in welchen Billard seine Stimme zugleich mit einsetzt,  oder zeigen in aberwitzigen, sprunghaften Passagen, wie virtuos er sein Instrument beherrscht. Eine Komposition, die deutlich macht, dass Yann Robin eine MÃ¶glichkeit gefunden hat, dem instrumentalen, orchestralen KlangkÃ¶rper eine neue Bedeutung zu verleihen. Er hat sich damit eine TÃ¼re geÃ¶ffnet, durch die er auf einem strahlenden Weg in seine persÃ¶nliche, kÃ¼nstlerische Entwicklung schreiten kann.</p>
<p>Dass der Abend so gelungen war, weil sich das Ensemble intercontemporain und accentus â€“ axe 21  hier von seinen absoluten besten Seiten gezeigt hat, kommt schon einem Nebensatz gleich, der aber keinesfalls nebensÃ¤chlich aufzufassen ist. Susann MÃ¤lkki, die 40 Jahre junge Dirigentin mit dem knabenhaften Aussehen, sprengte alles, was landlÃ¤ufig an Schemata des Weiblichen in den KÃ¶pfen geistert. Ihre Zartheit ist mit einer Kraft und Musizierfreude gepaart, die auch unter MÃ¤nnern schwer zu finden ist. Ihre prÃ¤zisen,  mit feiner Gestik ihrer HÃ¤nde unterstÃ¼tzten, fÃ¼r alle gut sichtbaren EinsÃ¤tze, erinnern an Haltungen des klassischen Thai-Tanzes.  Die schwierigen, zeitgenÃ¶ssischen Partituren scheinen keinerlei Herausforderung fÃ¼r sie darzustellen, wirken vielmehr so, als hÃ¤tte sie diese schon hundertfach vorher interpretiert. Susann MÃ¤lkki ist eine absolute Ausnahmeerscheinung, der man wÃ¼nscht, sich in die Reihe der Unsterblichen Dirigenten emporzuarbeiten. Wer jedoch einen Abend wie diesen erlebt hat, fÃ¼r den oder die wird sie sowieso unvergesslich bleiben.</p>


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		<title>Das eigene Heim als Trauma und Traum</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 16:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
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		<category><![CDATA[Amy Haworth]]></category>
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		<description><![CDATA[



Die dunkle  BÃ¼hne ist von den rohen ZiegelwÃ¤n [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_507" class="wp-caption aligncenter" style="width: 730px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MF-Shelter-229790122-Â©-Klaus-Rudolph1.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-507  " title="MF-Shelter-229790122" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MF-Shelter-229790122-Â©-Klaus-Rudolph1.jpg" alt="musikFabrik - Shelter - Foto: Klaus Rudolph" width="720" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">musikFabrik - Shelter - Foto: Klaus Rudolph</p></div>
<div id="attachment_502" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><em><strong><em><strong><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MF-Shelter-229790124-Â©-Klaus-Rudolph.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-502  " title="MF-Shelter-229790124" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/MF-Shelter-229790124-Â©-Klaus-Rudolph-199x300.jpg" alt="Shelter - Szenisches Konzert mit Videoprojektionen - Foto: Klaus Rudoph" width="199" height="300" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Shelter - Szenisches Konzert mit Videoprojektionen - Foto: Klaus Rudoph</p></div>
<p><em><strong>Die dunkle  BÃ¼hne ist von den rohen ZiegelwÃ¤nden umgeben, in deren Mitte sie platziert ist. Kein BÃ¼hnenbild im kÃ¼nstlerischen Sinne, sondern eine BÃ¼hne inmitten einer realen Architektur. Mit einem 16kÃ¶pfigen Ensemble, einem Dirigenten, drei SÃ¤ngerinnen sowie zwei zusÃ¤tzlichen LeinwÃ¤nden â€“ eine hinter und eine vor den Musikern &#8211; kommt Shelter aus, um eine Reihe von Bildern im Kopf entstehen zu lassen, die von den filmischen Projektionen geleitet und von der Musik unterstÃ¼tzt werden. </strong></em></p>
<p>Shelter, dieses multimediale Spektakel mit der Musik von Michael Gordon, David Lang und Julia Wolfe, erzÃ¤hlt von persÃ¶nlichen Lebensmomenten, die jedoch in kollektiv Erlebtes kippen, wobei der Blick mehr zurÃ¼ck als noch vorne gerichtet ist. Die Musik switcht innerhalb der 7 gezeigten Filme, die von Bill Morrison Ã¼berarbeitet, collagiert und remixt  wurden, zwischen Minimalmusic, wie man sie Ã¤hnlich auch von Philipp Glass gehÃ¶rt hat, hin zu symphonischen RocksÃ¤tzen; zwar schon lange her, aber noch immer beispielgebend von Deep Purple mit dem London Symphonic Orchestra vorexerziert, um auch elektronische UrvÃ¤ter wie z.B. Kraftwerk aus Deutschland, zu zitieren, ohne diese jedoch wirklich zu kopieren.</p>
<p>Shelter â€“ also Schutz im weitesten Sinne â€“ zÃ¤hlt auf, worin der Mensch Schutz sucht. In seinen eigenen vier WÃ¤nden genauso wie in seiner Familie â€“ immer jedoch am Rande der mÃ¶glichen Katastrophe, und sei sie nur das ganz AlltÃ¤gliche oder auch LÃ¤cherliche. Bill Morrison lÃ¤sst die Zuseher seiner Filme stets im Ungewissen. Sie pendeln zwischen reinen dokumentarischen Aufnahmen und angstschwangeren Aussagen hin und her wobei vor allem jedes SicherheitsbedÃ¼rfnis vermieden wird. Selbst in Szenen wie jenen von amerikanischen Familien, die sich im Sommer zum Grillen treffen, meint man einen spÃ¤teren, schlechten Ausgang der Idyllen voraussehen zu kÃ¶nnen. Shelter  zieht vor allem durch die Live-Performance der Instrumentalisten aber auch der drei Vokalsolistinnen das Publikum in seinen Bann. Der Sopran von Amy Haworth und Micaela Hasiam sowie die Altstimme von Heather Cairncross kommen klar, manchmal schneidend und dringen immer durch alle Bildebenen in den Vordergrund. Dabei ist es egal, ob sie davon singen, wie sie sich ihrer Wohnung annÃ¤hern oder wie viele einzelne Bauelemente ihr Haus besitzt.</p>
<p>Im Take â€žThe boy sleepsâ€œ , in welchem die schÃ¶ne, minimale Komposition perfekt in Bilder umgesetzt wurde, gelingt ihnen der Transfer von einer persÃ¶nlichen ErzÃ¤hlebene hin zum Bewusstsein, dass viele Jungen nÃ¤chtens schlafen, vor allem auch aufgrund ihres subtilen Stimmeinsatzes. Zu Beginn des Satzes lagert die Aussage â€žThe boy sleepsâ€œ auf einem einzigen Ton, der von den SÃ¤ngerinnen oftmals repetiert wird. Nach und nach geht es in eine Polyphonie Ã¼ber, der sich auch Instrumentalstimmen anschlieÃŸen, bis es schlieÃŸlich auch filmisch in eine Abfolge von hintereinander geschnittenen Filmsequenzen lÃ¤uft, in welcher Buben â€“ vom Baby bis hin zum Teenager â€“ in ihren Betten schlafen. Die letzten filmischen EindrÃ¼cke zeigen Ãœberschwemmungen und Menschen, die ihr Hab und Gut mit Pferdekarren in Sicherheit bringen. Die Musik nimmt, auch unterstÃ¼tzt durch eine harte Trommelpassage, an Dramatik zu und endet schlieÃŸlich furios symphonisch. Wenngleich der Abend keine musikalische Brisanz von Avantgarde in sich trug, war er gelungen, wozu die Ensemblemitglieder der musikFabrik unter der Leitung von Peter Rundel maÃŸgeblich beitrugen.</p>


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		<title>Orchester trifft auf Virtuosen</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/orchester-trifft-auf-virtuosen/491/</link>
		<comments>http://european-cultural-news.com/orchester-trifft-auf-virtuosen/491/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 15:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Mantovani]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Francois-Xavier Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Les SiÃ¨cles]]></category>
		<category><![CDATA[Marin Matalons]]></category>
		<category><![CDATA[Max Beckmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sonia Wieder-Atherton]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Rihm]]></category>
		<category><![CDATA[Yan Maresz]]></category>

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		<description><![CDATA[ 



Ein Abend des groÃŸen Orchesters mit Werken ze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong> </strong></em></p>
<div id="attachment_493" class="wp-caption alignleft" style="width: 691px"><em><strong><em><strong><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/LES-SIECLES-3.jpg"><img class="size-full wp-image-493" title="LES SIECLES 3" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/LES-SIECLES-3.jpg" alt="Les SiÃ¨cles - Â© Simone Poltronieri" width="681" height="227" /></a></strong></em></strong></em><p class="wp-caption-text">Les SiÃ¨cles - Â© Simone Poltronieri</p></div>
<p><em><strong>Ein Abend des groÃŸen Orchesters mit Werken zeitgenÃ¶ssischer Musik,  so kann die Vorstellung des Ensembles Les SiÃ¨cles unter der Leitung von Francois-Xavier Roth in KÃ¼rze zusammengefasst werden. Gleich vier zeitgenÃ¶ssiche Kompositionen kamen zur AuffÃ¼hrung. </strong></em></p>
<p>Zu Beginn war â€žSo nah, so weitâ€œ aus dem Jahre 2006 des jungen Komponisten Bruno Mantovani (geb. 1974) zu hÃ¶ren. Eine Arbeit, die mit Stereoeffekten im Orchester zu spielen wusste. Mantovani platzierte das Ensemble so, dass ein linker und ein rechter KlangkÃ¶rper etwas getrennt voneinander saÃŸen. Flankiert waren sie jeweils von einem Klavier. Ãœberaus vielfÃ¤ltig prÃ¤sentierte sich dieses Konzert, mit schwingenden Stellen in den BlÃ¤sern und Streichern, denen laute Rhythmuseffekte in den Schlagwerken aber auch im Klavier entgegengesetzt wurden. Kurze, hintereinander abrollende Sequenzen endeten mit abrupten, hart akzentuierten Schlussakkorden. NatÃ¼rliche Laute, wie jenes eines weit entfernten Folgetonhornes oder eines tropfenden Wasserhahnes, imitierte Bruno Mantovani mit den Instrumenten meisterlich. Ein leises Ausklingen durch sparsame KlÃ¤nge, die aus gegenÃ¼berliegenden Klavieren ertÃ¶nte, stand ganz im Gegensatz zur fulminanten, vorherigen Entwicklung. Ein sehr komplexes, schÃ¶nes Werk, von groÃŸer Kurzweiligkeit.</p>
<p>Ihm folgte Wolfgang Rihms (geb. 1952) Versuchung von 2009, die er selbst eine Hommage an Max Beckmann nennt. Das Konzert fÃ¼r Violoncello und Orchester ist so eigentlich falsch beschrieben. Eigentlich mÃ¼sste es heiÃŸen fÃ¼r Violoncello mit Orchesterbegleitung, denn der Part, den dieses Instrument ausfÃ¼llt, ist nicht nur volumen- sondern auch raumgfreifend. Interpretiert wurde er von Sonia Wieder-Atherton, die in atemberaubender Weise Rihms Komposition umsetzte. Ihr Cello sang das komplette StÃ¼ck Ã¼ber, zeigte kraftvolle, tiefe Lagen genauso wie saubere hohe Intonationen â€“ und dies im raschen Wechsel hintereinander und ordnete sich nur einmal der Geige kurz unter, um deren Motiv sofort lagenversetzt laut nachzusingen. Rihms Komposition schwankt zwischen eruptiven AusbrÃ¼chen und zarten, melodischen EinsprÃ¤ngseln und verlangt von der Solistin 25 Minuten lang vollen Einsatz. Es zeigt, dass es auch heute noch mÃ¶glich ist, ein Konzert fÃ¼r ein Instrument und Orchester zu verfassen, welches imstande ist, das Publikum zu fesseln.</p>
<p>Ein jÃ¤her Kontrast dazu stellte Marin Matalons Werk (Trame VIII) dar, das zum grÃ¶ÃŸten Teil von der Japanerin Eriko Minami beherrscht wurde, die eine Meisterin des Marimbaspieles ist. Sie zeigte dies dadurch, dass sie zwischen den einzelnen SÃ¤tzen ihre Position zu unterschiedlichen Marimbas und Glockenspielen Ã¤ndern musste und eine Partitur wiedergab, die fÃ¼r sie aufgrund der weit auseinanderliegenden MelodiebÃ¶gen nur tanzend zu bewerkstelligen war. Das Symbol der Zeit, eingeleitet durch ein feines Tik-Tak-Tik-Tak im Schlagwerk, zog sich wie ein roter Faden durch das Werk, dessen Steigerung im dritten Satz sich zu einem HÃ¶llentempo fÃ¼r das Soloinstrument entwickelte. BravourÃ¶se UnterstÃ¼tzung dabei erfuhr Minami durch das Ensemble, das in keinem einzigen Konzert dieses Abends auch nur eine leichte SchwÃ¤che zeigte. Im letzten, ruhigen Satz perlte zu Beginn das Klavier gemeinsam mit dem hohen Glockenspiel um  von einem gemeinsamen Auf- und Abschwellen der BlÃ¤ser abgelÃ¶st zu werden. Das langsame, leise hallende Finale wurde Ã¼berraschend, aber sinnvoll, vom zarten Rauschen einer Sambakugel beendet. Eine fulminante Darstellung, basierend auf einer fulminanten Komposition â€“ schÃ¶ner kann sich zeitgenÃ¶ssiche Musik wahrlich nicht mehr prÃ¤sentieren.</p>
<p>Yan Maresz (geb. 1966) â€žMosaiquesâ€œ von 1992/94 schloss schlieÃŸlich den Bogen zu den beiden erstgehÃ¶rten Werken dieses Abends. Auch er versteht zeitgenÃ¶ssische Musik unter Einsatz des gesamten Orchesters unter Referenznahme zu historischen Vorbildern und schlieÃŸt sein vielschichtiges Werk in welchem Teile des Ensembles wie zum Beispiel die Streicher oder auch die BlÃ¤ser mit gemeinsam intonierten Partien  aufhorchen lieÃŸen .  Sein augenzwinkernder Schluss, nach einer kurzen Pause eines einzelnen, langen Tones quasi noch einmal mit einem kleinen Stolperer versehen, brachte das Publikum zum Lachen â€“ eine leider viel zu selten zu beobachtende GefÃ¼hlsregung in einem Konzertsaal. Herausragend prÃ¤sentierte sich Francois-Xavier Roth, der die Leitung an diesem Abend Ã¼ber hatte. Sein kÃ¶rperlicher Einsatz tÃ¤nzerischer Natur zeigte, wie stark er in die einzelnen Partituren eintauchte. Er hielt auch in den rhythmisch schwierigsten Passagen alle FÃ¤den in seiner Hand und wusste auch die Solistinnen so zu unterstÃ¼tzen, dass diese mit ihrer VirtuositÃ¤t brillieren konnten.</p>


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		<title>In einer Viertelstunde von Lagrein nach Asien</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 16:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Ensemble Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Maria Staud]]></category>
		<category><![CDATA[Lagrein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ensemle Recherche beim Festival Musica in StraÃŸbur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><strong>Das Ensemle Recherche beim Festival Musica in StraÃŸburg<br />
</strong></h4>
<div id="attachment_452" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ENSEMBLE-RECHERCHE-www-martingeier-com-2-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-452" title="ENSEMBLE RECHERCHE  www martingeier com 2 (2)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ENSEMBLE-RECHERCHE-www-martingeier-com-2-2-300x200.jpg" alt="Ensemble Recherche (c) Martin Geier" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ensemble Recherche (c) Martin Geier</p></div>
<p>Bereits zum wiederholten Male war das deutsche Ensemble Recherche, das bekannt fÃ¼r seine zeitgenÃ¶ssischen Interpretationen ist, beim Festival Musica in Strasbourg eingeladen. Es gab dort eine Kostprobe seines virtuosen und musikalisch exzellenten KÃ¶nnens, gleich mit fÃ¼nf verschiedenen Kompositionen von ebenso vielen unterschiedlichen Komponisten. George Benjamin, Johannes Maria Staud, Hector Parra, Franco Donatoni und Hugues Dufourt waren mit Werken vertreten, die als groÃŸe Klammer das beschreibende Element in ihren Kompositionen vereint. Unter den StÃ¼cken waren auch zwei franzÃ¶sische UrauffÃ¼hrungen â€“ â€žLagreinâ€œ vom Ã¶sterreichischen Komponisten Johannes Maria Staud sowie â€žL`Asie dÂ´aprÃ¨s Tiepoloâ€œ vom franzÃ¶sischen Komponisten Hugues Dufourt. Staud versuchte das KunststÃ¼ck, den Geschmack eines sÃ¼dtiroler Rotweines, der Ã¼ber eine bestimmte literarische Formel definiert wird, in Musik umzusetzen: â€žMitteltiefe, intensive, kirschrote Farbe mit intensivem Schimmer. Reiches, fruchtiges (Zwetschge) wÃ¼rziges Aroma mit Geruchsnoten von Leder, Teer und Kakao, aber auch floralen Nuancen (Veilchen). Voller, ziemlich milder Geschmack mit â€žerdigemâ€œ Nachhall und spÃ¼rbarem Gerbstoffâ€œ. Der Herausforderung, Geschmack in Musik umzusetzen, stellte sich Staud, indem er eine Ensemblebesetzung wÃ¤hlte, die bereits bei Olivier Messiaens â€žQuartett auf das Ende der Zeitâ€œ Anwendung fand. Klarinette, Klavier, Geige und Cello bieten ihm hierfÃ¼r jene AusdrucksmÃ¶glichkeiten, die sowohl zarte GeschmackstÃ¶ne als auch tiefe, erdige, ja berauschende Wahrnehmungen wiederzugeben imstande sind. Staud verknÃ¼pft in seiner Komposition aber nicht nur sensorische Sensationen sondern gelangt in seinem StÃ¼ck in eine Dramaturgie, die sich zu einer rauschhaften Steigerung hin entwickelt, so als ob zu viel des guten Tropfens konsumiert worden wÃ¤re. Das eher schroffe Ende, spiegelt keinen sÃ¼ÃŸlichen Nachhall, was einem â€ž<a title="Alois Lageder - Lagreiner-Produzent" href="http://www.aloislageder.eu/deu/progetto_musica_staud.php">Lagreinerâ€œ</a> â€“ wie die Weine aus diesen Lagen allgemein genannt werden â€“ tatsÃ¤chlich entspricht. Am interessantesten bei dieser Komposition ist die Spannung, die sich dadurch ergibt, dass das Publikum einem musikalischen Prozess folgt, welcher sich zeitlich gÃ¤nzlich anders gestaltet als die Zeit wÃ¤hrend des Verkostens von Wein empfunden wird. Zwar explodiert innerhalb kurzer Zeit eine ganze Vielzahl von Aromen auf den Papillen und entwickeln sich wiederum andere subtiler im sogenannten â€žAbgangâ€œ wie es in der Fachsprache der Vinophilen heiÃŸt, dennoch lÃ¤sst sich diese zeitliche Abfolge nicht mit jener der Komposition ein Einklang bringen. Dies wird auch beim HÃ¶ren mehr als deutlich, was dazu fÃ¼hrt, auch anderen Assoziationen wÃ¤hrend der AuffÃ¼hrung freien Lauf zu lassen. Johannes Maria Stauds musikalische Umsetzung einer literarischen Abstraktion, die eine geschmackliche und olfaktorische Sinneswahrnehmung beschreibt, dÃ¼rfte bis jetzt als einzigartig in der Musik gelten â€“ man kann gespannt sein, ob das Experiment Nachfolger findet. Die zweite UrauffÃ¼hrung stammt von Hugues Dufourt, der in seinem Werk â€žAsien â€“ nach Giovanni Battista Tiepoloâ€œ eine Beschreibung des bekannten Freskos in der WÃ¼rzburger Residenz vornahm. In ihm erklang zu Beginn ein schnarrendes Thema von denÂ  Streichern und BlÃ¤ser gewaltvoll intoniert, welches vom Klavier mit AkkordanschlÃ¤gen und langem Hall begleitet wurde. Auch im anschlieÃŸenden Satz herrschten das Dunkel und die Bedrohung vor, ausgelÃ¶st durch starke Vibrati, die parallel in allen Instrumenten gespielt wurden. Erst eine eingeschobene Kadenz fÃ¼r GlockenÂ  und Schlagwerk durchbrach die dÃ¼stere und dichte AtmosphÃ¤re, die sich zu Ende des StÃ¼ckes, auch von den Ã¼brigen Instrumenten wieder aufgenommen, Â in eine beinahe schon meditative Sequenz auflÃ¶ste. Dufourt gelang mit dem Werk eine musikalische Beschreibung des barocken GemÃ¤ldes, welche sich auch als zeitgenÃ¶ssische Beschreibung dieses Kontinents lesen lassen kÃ¶nnte. Er vereint in dieser Komposition schwere, kÃ¶rperliche Last mit leichter, meditativer Gedanklichkeit und erntete dafÃ¼r beim StraÃŸburger Publikum zu Recht langanhaltenden Applaus. Das Ensemble Recherche erwies sich als genialer KlangkÃ¶rper, der zeigte, dass gerade Musik keine Grenzen kennt.</p>
<p>Weitere Konzerte des Festival Musica sind noch bis 3. Oktober zu hÃ¶ren:</p>
<p>NÃ¤here Infos unter: <a href="http://www.festival-musica.org/">http://www.festival-musica.org</a></p>
<p>link Ensemble Recherche: <a title="Ensemble Recherche" href="http://www.ensemble-recherche.de/frame.php?version=high">http://www.ensemble-recherche.de/frame.php?version=high</a></p>


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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 15:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenÃ¶ssische Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Weitere Kritiken Ã¼ber Konzerte des Festival Musica in  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weitere Kritiken Ã¼ber Konzerte des Festival Musica in Strasbourg finden Sie unter: <a title="European News agency" href="http://feuilleton.en-a.eu">http://feuilleton.en-a.eu/</a></p>
<p>Viel SpaÃŸ beim Lesen!</p>


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		<title>Extremes vom Ensemble &#8220;In extremis&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 22:27:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Bertrand]]></category>
		<category><![CDATA[Ensemble In Extremis]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[George Crumb]]></category>
		<category><![CDATA[Gerard Pesson]]></category>
		<category><![CDATA[In Extremis]]></category>
		<category><![CDATA[Philippe Hurel]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenÃ¶ssiche Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das bemerkenswerte Ensemble â€žIn Extremisâ€œ lieÃŸ im  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das bemerkenswerte Ensemble â€žIn Extremisâ€œ lieÃŸ im Rahmen des Festivals Musica in Strasbourg das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen. Die aus ehemaligen Absolventen des StraÃŸburger Konservatoriums zusammengesetzte Gruppe, unter der Leitung von Guillaume Bourgogne, prÃ¤sentierte vier StÃ¼cke von unterschiedlichen Komponisten, die eine weite Bandbreite zeitgenÃ¶ssischer Musik widerspiegelten.</p>
<div id="attachment_476" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ENSEMBLE-IN-EXTREMIS-_-DR-21.jpg"><img class="size-medium wp-image-476" title="ENSEMBLE IN EXTREMIS _ DR (2)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ENSEMBLE-IN-EXTREMIS-_-DR-21-300x200.jpg" alt="Ensemble in Extremis (c): ensemble in extremis" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ensemble in Extremis (c): ensemble in extremis</p></div>
<p>Der Beginn, George Crumbs â€žVox Balenaeâ€œ â€“ zu Deutsch die Stimme des Wales, war ein gelungener Einstieg in das Programm. Crumb, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, lehnt sich in seinen Kompositionen ganz nahe an die Natur und notiert gerne KlÃ¤nge, die dem Publikum vertraut sind. Er lÃ¤sst den FlÃ¶tisten gleich zu Beginn seine Melodie nicht nur spielen, sondern auch in die FlÃ¶te mitbrummen, und baut rasch kurze KlangeindrÃ¼cke auf, die arabische Wurzeln haben kÃ¶nnten. Das StÃ¼ck â€“ in neun Intervalle unterteilt â€“ ist kurzweilig, werden doch nicht nur die beteiligten Instrumente verfremdet eingesetzt, sondern wechseln sich auch ruhige, fast meditative Passagen mit TanzsÃ¤tzen ab. Gegen Ende des StÃ¼ckes belustigen der FlÃ¶tist und der Cellist mit einer kleinen, auf 6 TÃ¶nen gepfiffenen Melodie, die der letzte, tonale Satz schlieÃŸlich aufnimmt und sphÃ¤risch in einem kleinen Glockenspiel ausklingen lÃ¤sst. Ein wunderschÃ¶nes MusikstÃ¼ck, das die beteiligten Interpreten meisterlich zur AuffÃ¼hrung brachten. Sie spielten mit einer sehr feinen, gegenseitigen Abstimmung und horchten den TÃ¶nen empfindsam nach und nahmen dennoch ihre EinsÃ¤tze mit PrÃ¤zision wahr. Die zweite Komposition stammte von dem Franzosen Philippe Hurel und machte deutlich, dass seine Art MusikverstÃ¤ndnis sich grundsÃ¤tzlich von Crumb unterscheidet. Das StÃ¼ck beginnt mit einem polyphonen Einsatz aller Instrumente, welcher zugleich von einer strengen Rhythmik geprÃ¤gt ist, der alle Stimmen parallel unterliegen. Im Laufe der VorfÃ¼hrung lÃ¶st sich diese strenge Rhythmik, sowie auch die Polyphonie auf, zerfÃ¤llt in einzelne, kleine Partien, nimmt andere Mikromotive auf um sich schlieÃŸlich gegen Ende hin wieder polyphon und rhythmisch zu vereinigen. Ein Werk, welches dem Publikum ermÃ¶glicht, der Kompositionsstruktur zu folgen, die â€“ obgleich im MittelstÃ¼ck stark auseinanderflieÃŸend â€“ dennoch als sehr rigide empfunden wird. Wiederum â€“ wie bei den beiden folgenden StÃ¼cken auch â€“ Ã¼berzeugte das Ensemble vÃ¶llig. Die Wiedergabe von Gerard Pessons â€žMes beatitudesâ€œ stellte die grÃ¶ÃŸte HÃ¶rherausforderung an das Publikum, wird das StÃ¼ck doch zu groÃŸen Teilen in den hÃ¶chsten Lagen der Instrumente gespielt oder gezupft oder auch nur angedeutet, was den Klang auf ein Wispern und leises Zischen reduziert. Ab und zu blitzen vereinzelte ausgestrichene TÃ¶ne durch, die Rhythmik des StÃ¼ckes ist jedoch immer prÃ¤zise mit zu verfolgen. Einzig der Klavierpart stellt ein zeitweise hÃ¶rbares GerÃ¼st fÃ¼r die Streicher dar. So erscheint ein mehr gehauchter als gespielter Tanz schon wie ein lebensbejahender, wenngleich auch ferner Hoffnungsschimmer, in diesem StÃ¼ck, dessen SubtilitÃ¤t durch die leisen Intonationen nicht mehr zu Ã¼berbieten ist. Zum Abschluss erklang Christoph Bertrands â€žSatkaâ€œ aus dem Jahre 2008, bei welchem sich der StraÃŸburger Komponist auf die Zahl 6 der beteiligten Musiker in der Sanskritsprache bezieht. Es war eine reine Freude, das rasante StÃ¼ck zu hÃ¶ren und die Musiker dabei auch zu sehen. Ãœber 12 Minuten dauert es insgesamt, in welchen es nur durch 4 kurze Unterbrechungen aus dem HÃ¶llentempo gerissen wird. Es gurgelt, perlt, fÃ¤llt in Kaskaden Ã¼ber mehrere Oktaven ab um bald danach wieder atemlos aufzusteigen und wird getragen von einer virtuosen Spielfreudigkeit, die vor allem an diesem Abend Lee Ferguson zuzuschreiben war. Wie ein Derwisch bewegte er sich zwischen seinen einzelnen Percussioninstrumenten â€“ Marimba, Xylophon und einem kleinen Glockenwerk und spann so den roten HÃ¶rfaden durch die gesamte Partitur, ohne ihn je zu zerreiÃŸen. So einfach das Werk klingt â€“ und daher wird es sich auch in den KonzertsÃ¤len sicherlich rasch etablieren â€“ so komplex ist es dennoch aufgebaut und so schwierig ist es zu spielen. Bertrand gelang mit dem StÃ¼ck ein Meisterwerk, das sich in die Ohren schmiegt und noch lange dort hÃ¤ngen bleibt. Es macht neugierig auf Kommendes und verlangt unbedingt, den weiteren Werdegang des KÃ¼nstlers zu verfolgen. Ein extremer Abend, dessen Erfolg sich sowohl Komponisten als auch alle beteiligten Interpreten zu Recht teilen kÃ¶nnen.</p>
<p>Weitere Infos zu den Musikern finden Sie unter: <a title="Ensemble &quot;In extremis&quot;" href="http://ensembleinextremis.free.fr/index2.htm">http://ensembleinextremis.free.fr/index2.htm</a></p>


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		<title>Kopf trifft Herz</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 22:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Deus-Passus]]></category>
		<category><![CDATA[Deus-Passus Wolfgang Riehm]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musika StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[GÃ¤chinger Kantorei Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Stockhammer]]></category>
		<category><![CDATA[Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Riehm]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenÃ¶ssische Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Im Rahmen des Festivals Musica in Strasbourg gelangte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des Festivals Musica in Strasbourg gelangte Wolfgang Rihms StÃ¼ck Deus-Passus â€“ Passions- StÃ¼cke nach Lukasâ€œ mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und der GÃ¤chinger Kantorei Stuttgart unter der Leitung von Jonathan Stockhammer zu seiner franzÃ¶sischen UrauffÃ¼hrung. Das bereits im Jahre 2000 entstandene eineinhalbstÃ¼ndige Werk basiert auf Textausschnitten der Lukaspassion, in die lateinische Zitate der Karfreitagsliturgie eingeschoben sind und endet mit dem Gedicht â€žTenebraeâ€œ von Paul Celan, in welchem die Greuel des Holocaust zur Sprache kommen. Der sehr komplexe, kompositorische Aufbau strotzt einerseits von musikhistorischen Zitaten â€“ die sich hauptsÃ¤chlich auf Bach beziehen â€“ andererseits hÃ¤lt er das Publikum in Spannung, da nichts, aber auch gar nichts einer logischen Folgerichtigkeit unterworfen ist. Mit nichts ist sowohl der Einsatz der Solostimmen gemeint, als auch die Tempo- oder LautstÃ¤rkenbezeichnungen. Rihm verwendet nicht einen SÃ¤nger fÃ¼r eine bestimmte Rolle, sondern lÃ¤sst alle SÃ¤nger, sowie teilweise auch den Chor, abwechselnd oder auch zugleich die einzelnen Charaktere vorfÃ¼hren. Dort, wo man laute Passagen erwarten wÃ¼rde, wie zum Beispiel im Ausruf des Volkes â€žKreuziget ihn, kreuziget ihnâ€œ hat er dem Chor eine FlÃ¼sterpassage zugewiesen, in welcher die Aufforderung, Christus zu kreuzigen, fast einer magischen BeschwÃ¶rung gleich kommt. Einige Textpassagen, die wiederum keine Affekte wiedergeben, werden mit aufbrausenden Forti begleitet. Der kunstvolle Aufbau kann jedoch nur erkannt werden, wenn zumindest die Textpassagen mitgelesen werden kÃ¶nnen. Hat man diese nicht vor Augen, fÃ¤llt es schwer, der Rihmschen Unlogik, die sich Ã¼ber das ganze Werk logisch zieht, zu folgen. Wolfgang Rihms Deus-Passus beruht aber nicht ausschlieÃŸlich auf den religiÃ¶sen Texten, sondern endet auch mit Celans Gedicht, in welchem das Leid und die Verlorenheit der Juden in den Konzentrationslagern beschrieben werden. Aus diesem Blickwinkel muss man dem Komponisten eine philosophische Behandlung der Thematik zugestehen, die die Frage nach Gott angesichts der Greuel des Krieges vor allem vor dem Hintergrund der Massenvernichtung der Juden aufwirft. Interessant ist, dass der Komponist dabei nicht als ZertrÃ¼mmerer agiert, der Gott endgÃ¼ltig von seinem Thron stÃ¶ÃŸt â€“ dafÃ¼r gleitet seine Musik Ã¼ber lange Strecken viel zu ruhig und besonnen dahin. Vielmehr lÃ¤sst sich seine Idee mit jener des Philosophen Hans Jonas vergleichen, der 1984 die Theodizeefrage, warum lÃ¤sst Gott, wenn er doch so mÃ¤chtig ist, Greuel dieser Art Ã¼berhaupt zu, so beantwortete, dass er die Verantwortung fÃ¼r das Tun nicht Gott sondern den Menschen alleine Ã¼berlieÃŸ. Riehms Dekonstruktion zerschlÃ¤gt nichts und sie schafft keinen Affront, aber sie wirkt subtil bis in die letzte Faser des Herzens. Das Elend der Menschen wird nicht, wie heute in den Medien Ã¼blich, plakativ vorgefÃ¼hrt, sondern gerade durch die Unaufgeregtheit, die das StÃ¼ck durchzieht, weitet es sich zu wahrem Grauen aus. Ein Grauen, das sich nicht zuletzt aus unserem eigenen Intellekt begrÃ¼ndet, welcher Gott Schritt fÃ¼r Schritt dekonstruiert hat. Die AuffÃ¼hrung lebte vor allem auch von den wunderbaren Solisten, die samt und sonders sich in bester Stimmverfassung prÃ¤sentierten. Juliane Banse, Sophie Harmsen, Ingeborg Danz sowie Christoph PrÃ©gardien und Michael Nagy sangen ihre teilweise schweren Partien brillantest und trugen so viel zum Gelingen der AuffÃ¼hrung bei. Der junge Dirigent Jonathan Stockhammer, der mit einfÃ¼hlsamer Gestik dirigierte, entlockte der Partitur auch jedes noch so kleine StÃ¼ckchen Sinnlichkeit und wurde diesbezÃ¼glich von der GÃ¤chinger Kantorei Stuttgart ideal unterstÃ¼tzt. Ein berÃ¼hrender Abend in Strasbourg, an welchem der PrÃ¤sident des Festivals, RÃ©my Pflimlin, in seinen einleitenden Worten auf den im Sommer verstorbenen, elsÃ¤ssischen Politiker Adrien Zeller verwies, der vor allem durch seinen Einsatz fÃ¼r die deutsch-franzÃ¶sische AnnÃ¤herung auf beiden Seiten des Rheins beliebt war.<br />
Ein kurzer musikalischer Ausschnitt<br />
<object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/v-LcqorX66o&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/v-LcqorX66o&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>Weitere Infos zum Festival unter: <a rel="nofolow" href="http://www.festival-musica.org/" target="_blank">http://www.festival-musica.org</a></p>


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		<title>Vom GÃ¶ttlichen ins allzu Menschliche</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 16:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandre Desplat]]></category>
		<category><![CDATA[Divine feminin]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic quintet]]></category>

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		<description><![CDATA[Divine Feminin 

Unter diesem Motto stand ein zu nÃ¤c [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Divine Feminin </strong></p>
<p>Unter diesem Motto stand ein zu nÃ¤chtlicher Stunde angesetztes Konzert im Rahmen des Festivals Musica in Strasbourg, welches vom Ensemble â€žTraffic quintetâ€œ aufgefÃ¼hrt wurde. Die Grundidee von Dominique Lemonnier, das ewig Weibliche, ja wie im Titel postuliert, das gÃ¶ttlich Weibliche, anhand von Filmausschnitten â€“ und â€“stills musikalisch zu unterlegen, war grundsÃ¤tzlich ein guter, kreativer Ansatz.</p>
<div id="attachment_461" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/DIVINE-FEMININ-3-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-461" title="DIVINE FEMININ 3 (2)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/DIVINE-FEMININ-3-2-300x200.jpg" alt="Ensemble &quot;Traffic quintet&quot; (c) Traffic Quintet" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ensemble &quot;Traffic quintet&quot; (c) Traffic Quintet</p></div>
<p>Auch die Musik selbst â€“ Eigenkompositionen sowie Arrangements von fremden Filmmusikkompositionen â€“ von Alexandre Desplat geschrieben, war durchaus hÃ¶renswert. Musik von Pascal Dusapin, Bernard Herrmann, Jerry Goldsmith, Alex North, Philip Glass, sowie Air wurde vom franzÃ¶sischen Komponisten fÃ¼r diese AuffÃ¼hrung fÃ¼r 2 Geigen, 1 Bratsche, ein Cello und einen Contrabass neu gesetzt â€“ und dies â€“ mit Bravour. Innerhalb von 4 sogenannten â€žTableauxâ€œ â€“ zu Deutsch Ã¼bersetzt â€“ Bildern, die jeweils wieder durch verschiedene, kurze StÃ¼cke unterteilt waren, ging das Ensemble vor allem den tragischen Seiten des weiblichen Seins nach. Nur ab und zu gelang es einem lebensfroher Walzer, sich in die Reihe von getragenen, ja tragisch anmutenden Melodien einzuschieben, der GroÃŸteil der StÃ¼cke hing einem ziemlich sÃ¼ÃŸen Pathos nach, der von den dazu projizierten laufenden Bildern â€“ eine sehr seltsame UnterstÃ¼tzung erhielt. Seltsam deswegen, weil sich zeigte, dass eine Adaption von Filmmusik, wie sie von Desplat fÃ¼r diesen Zweck gemacht wurde, eigentlich besser ohne Film auskommt. Die AuffÃ¼hrung hatte beinahe den Charakter eines Stummfilms, mit dem eigenartigen Gebaren, dass sich die Musikerinnen und Musiker nach jedem Bild verbeugend beklatschen lieÃŸen. Ihr Zusammenspiel konzentrierte sich auf die Synchronisation mit den gezeigten Filmen, was aber zwangsweise zu einem QualitÃ¤tsverlust der Interpretation fÃ¼hrte. Erst im vierten Bild, in welchem einige Filmheldinnen ihren Tod im Wasser erlitten, kam eine gewisse Kongruenz in diese Art der PrÃ¤sentation. Filmmusik hat die Aufgabe, die laufenden Bilder zu unterstÃ¼tzen, die Handlung musikalisch zu begleiten und Affekte oder Situationen im jeweiligen Charakter der gezeigten Bilder wiederzugeben. In diesem Konzert entfernte sich das dennoch als bemerkenswert zu titulierende Rearrangement der Musik jedoch weit von den Bildern, die schlieÃŸlich die Musik mehr stÃ¶rten als unterstÃ¼tzten. Das filmische Puzzle von Ange Leccia, dem 1952 in Paris geborenen Foto- und VideokÃ¼nstler, kann fÃ¼r sich selbst als persÃ¶nliches Statement zu diesem Thema gesehen werden und kÃ¶nnte als filmische AuffÃ¼hrung, mit Musikbegleitung von einer Tonspur in einem Museum reÃ¼ssieren. Die live- AuffÃ¼hrung hingegen zeigte Ã¼berdeutlich, dass es fÃ¼r die ausfÃ¼hrenden KÃ¼nstler nochÂ  Lernerfahrung auf diesem Gebiet gibt.</p>
<p>Das Festival Musica lÃ¤uft noch bis zum 3. Oktober 09.<br />
Infos unter: <a rel="nofolow" href="http://www.festival-musica.org/" target="_blank">http://www.festival-musica.org</a><br />
Bild: (C) Traffic Quintet</p>


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		<title>Du bist eine Heldin â€“ aber ich lebe noch!</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 22:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Theater | Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Musica StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Iseme]]></category>
		<category><![CDATA[IsmÃ¨ne]]></category>
		<category><![CDATA[Marianne Pousseur]]></category>
		<category><![CDATA[Yannis Ritsos]]></category>

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		<description><![CDATA[Ismene - eine AuffÃ¼hrung am TNS in Strasbourg



Ã [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ismene &#8211; eine AuffÃ¼hrung am TNS in Strasbourg</p>
<div id="attachment_549" class="wp-caption alignleft" style="width: 436px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ISMÃˆNE-10-c-Michel-Boermans-2.jpg"><img class="size-full wp-image-549" title="ISMÃˆNE 10 (c) Michel Boermans (2)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/10/ISMÃˆNE-10-c-Michel-Boermans-2.jpg" alt="IsmÃ¨ne (c) Michel Boermans" width="426" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">IsmÃ¨ne (c) Michel Boermans</p></div>
<p>Ãœber eine Stunde lang beherrscht sie die BÃ¼hne. Sie sitzt, geht, steht, liegt â€“ nackt. Falsche Perlenketten hÃ¤ngen um ihren Hals, wie ein breites Collier und dennoch bleiben ihre BrÃ¼ste frei. Marianne Pousseur verkÃ¶rpert Ismene, die Schwester der tragischen, griechischen Gestalt Antigone, die sich dem KÃ¶nig widersetzt und ihren Bruder begrÃ¤bt. Sie soll an dieser Heldentat sterben, wenngleich auch von eigener Hand â€“ und eine ganze Reihe von Selbstmorden nach sich ziehen.</p>
<p>Der Grieche Yannis Ritsos (1909-1990) verlieh in seinem StÃ¼ck â€žLa quatrieme dimensionâ€œ Ismene eine Stimme, die Marianne Pousseur aufnimmt und in einem zeitlosen StÃ¼ck auffÃ¼hrt, in welchem sie der Frage nachgeht, ob es jedem Menschen mÃ¶glich ist, ein Held zu sein. In einer Ã¼berwÃ¤ltigenden Inszenierung, die vor allem durch die wunderbare LichtfÃ¼hrung beeindruckt und in welcher die SÃ¤ngerin und Schaupielerin â€“ Pousseur Ã¼bt beide Berufe aus â€“ in einem flachen Wasserbecken agiert, ruft Ismene Erinnerungen wach, die sie in ihre Kindheit zurÃ¼ckfÃ¼hren. Sie beschreibt eindringlich die Eifersucht auf ihre Schwester, aber auch ihre tiefe Trauer. Musikalische EinschÃ¼be, wie zum Beispiel ein imaginÃ¤res Kinderduett mit Antigone, bei welchem eine Stimme von Band eingespielt wird, zeigen, welche Stimmgewalt die Protagonistin auf der BÃ¼hne besitzt. Wenn sie in Wahnvorstellungen verfÃ¤llt, die sich in Raserei Ã¤uÃŸern, brÃ¼llt und quietsch Ismene, wenn sie sich an die schÃ¶ne Zeit ihrer Kindheit erinnert, fÃ¤llt sie in einen feinen Singsang und wenn sie ihrer Ã¼bermÃ¤chtigen Schwester gedenkt, wird ihre Stimme so scharf wie ein Messer. Das StÃ¼ck ist angesiedelt zwischen Sprechtheater und konzertanter AuffÃ¼hrung, wobei das Spiel immer im Vordergrund bleibt. Erde, Sonne, Feuer und Wasser, alle Elemente werden eingebunden in die Geschichte, deren Ausgang unklar bleibt, aber im Bild, welches zum Schluss prÃ¤sentiert wird, dennoch auf den Tod Isemenes hinweist. Sie liegt, dem Publikum abgewandt, im flachen Wasser und aus ihrem Mund scheint sie ihren Odem zu verstrÃ¶men; sichtbar gemacht in einem leicht pulsierenden, weiÃŸen Nebelzug, der sich von ihrem Kopf weg bewegt. Ismene ist es gelungen, ihre Schwester sowie viele Helden, die sie in ihrem Leben sterben gesehen hat, zu Ã¼berleben. Und dennoch bezahlt sie dieses Leben mit Einsamkeit und der Last der Erinnerung.</p>
<p>Marianne Pousseur schuf in der wunderbaren Inszenierung von Enrico Bagnoli eine Figur, die stellvertretend fÃ¼r all jene Menschen angesehen werden kann, die sich lieber dem Leben widmen, als Heldentaten zu begehen. Oder ist es nicht auch eine Heldentat, jeden Tag von Neuem aufzustehen, sich zu waschen, seine Kinder zu versorgen und seiner Arbeit nachzugehen?</p>
<p>Ismene wurde im Rahmen der Festivals Musica im TNS (Theatre national de Strasbourg) aufgefÃ¼hrt.<br />
Weitere Informationen unter: <a title="Festival Musica Strasbourg" href="http://www. festival-musica.org" target="_blank">http://www. festival-musica.org</a></p>
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		<title>IsmÃ¨ne &#8211; FÃ¼r Marianne Pousseur</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 20:38:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
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		<description><![CDATA[

Der mann neben mir beginnt seinen blick hinter sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_438" class="wp-caption alignleft" style="width: 308px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/ISMÃˆNE-9-c-Michel-Boermans.jpg"><img class="size-full wp-image-438" title="ISMÃˆNE 9 (c) Michel Boermans" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/ISMÃˆNE-9-c-Michel-Boermans.jpg" alt="IsmÃ¨ne - Foto: Michel Boermans" width="298" height="448" /></a><p class="wp-caption-text">IsmÃ¨ne - Foto: Michel Boermans</p></div>
<p>Der mann neben mir beginnt seinen blick hinter seiner hand zu verbergen. Er ist alt. Er hat angst, deine zur schau gestellte blÃ¶ÃŸe zu sehen. Er wÃ¼rde wahrscheinlich gerne den saal verlassen, aber er sitzt genau in der mitte der reihe. Gefangen in seinem eigenen bestreben, einen guten platz zu erhalten. Jetzt ist ihm jede sekunde peinlich. Ich versuche, ihn mit seiner geste auszublenden, mich auf dich zu konzentrieren, was mir auch schnell gelingt. Die weiÃŸe schminke, die du anlegst, rÃ¼ckt dich in weite ferne. Das wasser, das unter deinen fÃ¼ÃŸen platscht, verursacht in mir das gefÃ¼hl von mitleid. Ãœber eine stunde wirst du darin stehen, sitzen, liegen. Nackt. Die weiÃŸe schminke verstÃ¤rkt deine falten. Jetzt wird deutlich, was vorher nicht zu sehen war. Dein alter. Es ist auch mein alter, das mich in der spiegelung nicht erschreckt. Dein auftritt kommt zu einem zeitpunkt, in welchem ich mich mit meinem alter bereits angefreundet habe. Vor einem jahr noch wÃ¤re es anders gewesen. Du stehst da, gerade, den kopf erhoben. Du sitzt da, gerade, den kopf erhoben und ich weiÃŸ, dass mir diese haltung fremd ist, obwohl ich sie gerne auch mein eigen nennen mÃ¶chte. Aber sie ist deine. Du sprichst von deiner schwester, erinnerst dich â€“ aber diese erinnerungen sind nicht meine. Dann erzÃ¤hlst du von den sommern deiner kindheit und nimmst mich mit in diese welt der gedanken, die wir teilen, und die dennoch nicht die selben sind. Du erzÃ¤hlst, wie du die namen der pflanzen und tiere lerntest und ich sehe mich als kind auf dem land, im garten. Wie ich einen toten vogel begrabe, unter einem baum und ein kleines holzkreuz einstecke. Ich erinnere mich, dass es ein zeichen fÃ¼r die ewigkeit sein sollte, weil ich keinen begriff von ewigkeit hatte, sowie ich keinen begriff von sterben und leben hatte. Du erzÃ¤hlst von deinem vater und dass du sein gesicht nie vergessen wirst. Das gesicht meines vaters ist eines der wenigen, das auch ich nicht vergessen werde und das sich in diesem moment zwischen dich und mich schiebt. Deine schÃ¶ne stimme gehorcht dir auf kommando. Ob du sprichst oder singst, sie bereitet dir keinen widerstand, sie ist ein instrument, das du beherrscht, wie ich die tasten meines pc beherrsche. Du lÃ¤sst die luft Ã¼ber deine stimmbÃ¤nder gleiten, wie ich die gedankenstrÃ¶me aus meinem gehirn hinab gleiten lasse, Ã¼ber meine arme, zu meinen fingerspitzen, um sie auf den tasten durch druck schlieÃŸlich elektronisch zu bannen und auf dem schirm sichtbar zu machen. Du machst deine stimme hÃ¶rbar und deinen kÃ¶rper sichtbar. Du bist mutiger. Deswegen hast du meine hochachtung erlangt. Deine traurigkeit, von der du erzÃ¤hlst, ist nicht meine. Denn ich habe, im gegensatz zu den millionen von traurigen menschen auf dieser welt eine mÃ¶glichkeit gefunden, meine traurigkeit zu Ã¼berwinden, auszublenden, zu unterdrÃ¼cken. Als du dich schlafen legst, dein weiÃŸes fleisch ein wenig im wasser eintaucht und dein atem deinen kÃ¶rper durch einen leicht pulsierenden, weiÃŸen rauch verlÃ¤ÃŸt, ist es gut. So habe ich es mir vorgestellt und so wird es sein. Ganz natÃ¼rlich.</p>
<p>Ismene wurde im Rahmen der Festivals Musica im TNS (Theatre national de Strasbourg) aufgefÃ¼hrt.<br />
Meine Besprechung finden Sie bei der <a title="Ismene festival musica european news agency" href="http://feuilleton.en-a.eu/kunst_und_kultur-17/du_bist_eine_heldin__aber_ich_lebe_noch-43027/" target="_blank">European News Agency</a><br />
Der mann neben mir beginnt seinen blick hinter seiner hand zu verbergen. Er ist alt. Er hat angst, deine zur schau gestellte blÃ¶ÃŸe zu sehen. Er wÃ¼rde wahrscheinlich gerne den saal verlassen, aber er sitzt genau in der mitte der reihe. Gefangen in seinem eigenen bestreben, einen guten platz zu erhalten. Jetzt ist ihm jede sekunde peinlich. Ich versuche, ihn mit seiner geste auszublenden, mich auf dich zu konzentrieren, was mir auch schnell gelingt. Die weiÃŸe schminke, die du anlegst, rÃ¼ckt dich in weite ferne. Das wasser, das unter deinen fÃ¼ÃŸen platscht, verursacht in mir das gefÃ¼hl von mitleid. Ãœber eine stunde wirst du darin stehen, sitzen, liegen. Nackt. Die weiÃŸe schminke verstÃ¤rkt deine falten. Jetzt wird deutlich, was vorher nicht zu sehen war. Dein alter. Es ist auch mein alter, das mich in der spiegelung nicht erschreckt. Dein auftritt kommt zu einem zeitpunkt, in welchem ich mich mit meinem alter bereits angefreundet habe. Vor einem jahr noch wÃ¤re es anders gewesen. Du stehst da, gerade, den kopf erhoben. Du sitzt da, gerade, den kopf erhoben und ich weiÃŸ, dass mir diese haltung fremd ist, obwohl ich sie gerne auch mein eigen nennen mÃ¶chte. Aber sie ist deine. Du sprichst von deiner schwester, erinnerst dich â€“ aber diese erinnerungen sind nicht meine. Dann erzÃ¤hlst du von den sommern deiner kindheit und nimmst mich mit in diese welt der gedanken, die wir teilen, und die dennoch nicht die selben sind. Du erzÃ¤hlst, wie du die namen der pflanzen und tiere lerntest und ich sehe mich als kind auf dem land, im garten. Wie ich einen toten vogel begrabe, unter einem baum und ein kleines holzkreuz einstecke. Ich erinnere mich, dass es ein zeichen fÃ¼r die ewigkeit sein sollte, weil ich keinen begriff von ewigkeit hatte, sowie ich keinen begriff von sterben und leben hatte. Du erzÃ¤hlst von deinem vater und dass du sein gesicht nie vergessen wirst. Das gesicht meines vaters ist eines der wenigen, das auch ich nicht vergessen werde und das sich in diesem moment zwischen dich und mich schiebt. Deine schÃ¶ne stimme gehorcht dir auf kommando. Ob du sprichst oder singst, sie bereitet dir keinen widerstand, sie ist ein instrument, das du beherrscht, wie ich die tasten meines pc beherrsche. Du lÃ¤sst die luft Ã¼ber deine stimmbÃ¤nder gleiten, wie ich die gedankenstrÃ¶me aus meinem gehirn hinab gleiten lasse, Ã¼ber meine arme, zu meinen fingerspitzen, um sie auf den tasten durch druck schlieÃŸlich elektronisch zu bannen und auf dem schirm sichtbar zu machen. Du machst deine stimme hÃ¶rbar und deinen kÃ¶rper sichtbar. Du bist mutiger. Deswegen hast du meine hochachtung erlangt. Deine traurigkeit, von der du erzÃ¤hlst, ist nicht meine. Denn ich habe, im gegensatz zu den millionen von traurigen menschen auf dieser welt eine mÃ¶glichkeit gefunden, meine traurigkeit zu Ã¼berwinden, auszublenden, zu unterdrÃ¼cken. Als du dich schlafen legst, dein weiÃŸes fleisch ein wenig im wasser eintaucht und dein atem deinen kÃ¶rper durch einen leicht pulsierenden, weiÃŸen rauch verlÃ¤ÃŸt, ist es gut. So habe ich es mir vorgestellt und so wird es sein. Ganz natÃ¼rlich.</p>
<p><a title="Ismene festival musica european news agency" href="http://feuilleton.en-a.eu/kunst_und_kultur-17/du_bist_eine_heldin__aber_ich_lebe_noch-43027/" target="_blank">http://feuilleton.en-a.eu/kunst_und_kultur-17/du_bist_eine_heldin__aber_ich_lebe_noch-43027/</a></p>


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		<title>Wie lange dauert die Ewigkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Arte]]></category>
		<category><![CDATA[Drumming]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Festival Musica widmete den 24. September einem der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Festival Musica widmete den 24. September einem der ganz groÃŸen der zeitgenÃ¶ssischen Kunst: Steve Reich. In Zusammenarbeit mit ARTE wurde ein Film prÃ¤sentiert, der in diesem Jahr produziert wurde und in die Arbeit des Komponisten einfÃ¼hrt. Die beiden anschlieÃŸenden Konzerte â€“ â€žDrummingâ€œ aus dem Jahre 1971 sowie â€žMusic for 18 musiciansâ€œ, zwischen 1974 und 1976 komponiert â€“ fanden unter Mitwirkung von Steve Reich statt, was den Abend noch zusÃ¤tzlich adelte.</p>
<div id="attachment_435" class="wp-caption alignright" style="width: 458px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/REICH-Wonge-Bergmann-2.jpg"><img class="size-full wp-image-435" title="Steve REICH  beim Festival Musica Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/REICH-Wonge-Bergmann-2.jpg" alt="Steve Reich - Foto: Wonge Bergmann" width="448" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Steve Reich - Foto: Wonge Bergmann</p></div>
<p>Der Film, mit dem Titel â€žPhase to faceâ€œ, der vor allem von der persÃ¶nlichen ErzÃ¤hlweise des Komponisten lebt, wird am 28. September um 23 Uhr in <a title="Steve Reich bei arte" href="http://www.arte.tv/de/programm/242,date=28/9/2009.html" target="_blank">ARTE</a> ausgestrahlt und zeigt eines ganz deutlich: Steve Reich ist nicht nur ein Komponist, der mit seiner Musik die Emotionen des Publikums weckt, sondern er ist auch ein Mensch, der berÃ¼hrt. Gerade seine Art, klar und einfach Ã¼ber sein Schaffen zu erzÃ¤hlen, ohne SchnÃ¶rkel oder musiktheoretische Floskeln, beeindrucken zutiefst. Ohne ins persÃ¶nlich Anekdotische abzugleiten, werden seine Entwicklungsschritte deutlich, die sich von einer minimalistischen Arbeit hin zu immer dichteren und komplexeren Kompositionen bewegen. Nicht geplant, und deswegen gerade unÃ¼bertroffen als Einstieg in die Szenerie ist jener mitgefilmte Anruf, bei welchem Reich die Nachricht Ã¼bermittelt wird, dass er den diesjÃ¤hrigen Pulitzer-Preis erhalten habe. Sein einfacher Kommentar, dass es zwei Arten von Nachrichten gÃ¤be â€“ gute und schlechte â€“ und er froh sei, dass es sich um eine gute gehandelt habe â€“ zeigen deutliche seine unprÃ¤tentiÃ¶se Haltung.</p>
<p>Viele seiner Werke gehen von einem einfachen Kompositionsprinzip aus, nÃ¤mlich eine kurze, rhythmische Sequenz von einem zweiten Instrument oder auch Medium Ã¼bernehmen zu lassen und diese in einer geringfÃ¼gigen Tempoverschiebung zu spielen. Durch diese Phasenverschiebung wird ein Flirren und Schwirren in der Wahrnehmung erzeugt, welches so vorher in der Musik noch nicht zu hÃ¶ren gewesen war â€žEigentlich mache ich nichts anderes als es in der hergebrachten Form des Kanons passiert â€“ ja eigentlich handelt es sich bei meiner Arbeit nur um eine FuÃŸnote des Kanonsâ€œ, so fasst Reich dieses Prinzip kurz zusammen. Dass sich seine FuÃŸnote jedoch zu einem Lebenswerk ausgedehnt hat zeigt, wie reichhaltig er aus diesem Grundfundus schÃ¶pft und arbeitet. Archaische Rhythmik, Jazz aber auch einzelne Klassiker gehÃ¶ren zu seinen Vorbildern.</p>
<p>Das Ensemble Modern/Synergy Vocals, mit welchem Reich den Abend bestritt, stammt aus Frankfurt am Main und arbeitet mit dem KÃ¼nstler seit den 90er Jahren in Europa kontinuierlich zusammen. Obwohl die StÃ¼cke vielen bekannt sind, ist eine live-AuffÃ¼hrung dennoch ein besonderes Erlebnis. Sie zeigt, wie sehr die Musiker durch die stÃ¤ndigen Wiederholungen kÃ¶rperlich gefordert sind und lassen das BÃ¼hnengeschehen, auch durch die staffettenartigen Ãœbernahmen von einzelnen Instrumenten, auch choreographisch erleben.</p>
<p>Im Werk â€žDrummingâ€œ sind es die einfachen Rhythmen, die von den ersten Augenblicken an das Publikum im Bann halten. Die vier Paar gestimmten Bongotrommeln werden von 4 Schlagzeugern bedient, wobei der erste mit einem vorgegebenen, einfachen Rhythmus beginnt, welchen die anderen nachfolgend zu imitieren haben. Aus der einfachen Grundkonstellation generiert sich ein teilweiser dichter, rhythmisch klar nachvollziehbarer Trommelsound, der auch deutlich auf das Ursprungsland Afrika dieser Trommelgattung verweist. Der Westen trommelt Afrika, so kÃ¶nnte eine Zusammenfassung lauten, um diese Komposition von Reich, die von den Musikern durch leichte Improvisationen bei jeder AuffÃ¼hrung abgewandelt werden kÃ¶nnen, lauten.</p>
<p>Music for 18 musicians wurde an diesem Abend von 19 Personen zur AuffÃ¼hrung  gebracht. Auch in diesem Werk wird eine grundsÃ¤tzlich einfache Rhythmik verwendet, die sich auf die Atmung des Menschen bezieht, der tonale Charakter wird aus 11 verschiedenen, wenngleich sehr verwandten Akkorden gebildet. Die in 9 Sektionen unterteilte Partitur lÃ¤sst den Musikern â€“ wenn auch geringfÃ¼gig â€“ so doch Spielraum und beeindruckt das Publikum durch seine scheinbaren, immer wieder kehrenden Wiederholungen, die jedoch  mehr aus Abwandlungen denn aus gleichen Wiedergabemomenten bestehen. Die 4 eingesetzten Frauenstimmen gleichen sich den Instrumenten â€“ einer Geige, einem Cello, zwei Klarinetten bzw. Bassklarinetten, drei Marimbas, zwei Xylophonen und einem Metallophon sosehr an, dass sie zeitweise gar nicht mehr als menschliche Stimmen wahrgenommen werden. Die beinahe 1stÃ¼ndige Dauer dieses StÃ¼cks bringt es mit sich, dass, auch wenn man gewillt ist, bis zum Schluss dem Kompositionsprinzip aufmerksam zu folgen, ein Punkt eintritt, in welchem man unwillkÃ¼rlich in eine Art Meditationszustand verfÃ¤llt, der nichts anderes mehr bewirkt, als sich der an- und abschwellenden Musik hinzugeben. Was ist Zeit, was ist gestern, heute, morgen, was kommt immer wieder, was ist die Ewigkeit â€“ und wie lange dauert sie â€“ all das sind Fragen, die sich in diesem Zustande aufdrÃ¤ngen, ohne beantwortet werden zu kÃ¶nnen. Steve Reichs â€žmusic for 18 musiciansâ€œ kann als ein erratischer Block in der Musikgeschichte bezeichnet werden, an welchem kein HÃ¶rer, keine HÃ¶rerin, aber auch kein Komponist und keine Komponistin vorbeikommt. Es wird â€“ und das hat sich in den letzten Jahren schon gezeigt â€“ als Klassiker der zeitgenÃ¶ssischen Musik bezeichnet werden und dies vÃ¶llig zu recht.</p>
<p>Die standing ovations im bis auf den letzten Platz ausverkauften Saal der CitÃ© de la musique et de la danse in Strasbourg waren vor allem auch vor dem Hintergrund des Lebenswerkes dieses Ausnahmekomponisten gerechtfertigt.<br />
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		<title>â€žBloody you are and bloody will be your end! â€œ</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 08:26:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Georgio Battistelli]]></category>
		<category><![CDATA[Ian Burton]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa Houbon]]></category>
		<category><![CDATA[Marc ClÃ©meur]]></category>
		<category><![CDATA[Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Opera national du rhin]]></category>
		<category><![CDATA[Opera StraÃŸburg]]></category>
		<category><![CDATA[Richard III]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Carsen]]></category>
		<category><![CDATA[Sara Fulgoni]]></category>
		<category><![CDATA[Scott Hendriks]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[StraÃŸurger Oper]]></category>

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		<description><![CDATA[Richard III - Macht und Gewalt  auf der OpernbÃ¼hne

 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Richard III &#8211; Macht und Gewalt  auf der OpernbÃ¼hne</p>
<div id="attachment_431" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/Richard-III-photo-Alain-Kaiser-10.jpg"><img class="size-medium wp-image-431" title="Richard III - Festival Muisca - Scott Hendirks" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/Richard-III-photo-Alain-Kaiser-10-300x199.jpg" alt="Scott Hendirks als Richard III - photo (c) Alain Kaiser" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Scott Hendriks als Richard III - photo (c) Alain Kaiser</p></div>
<p>AnlÃ¤sslich des Festivals Musica in Strasbourg wurde die zeitgenÃ¶ssiche Oper Richard III am 19. 9. 2009 in Frankreich uraufgefÃ¼hrt.</p>
<p>Der italienische Komponist Georgio Battistelli schuf gemeinsam mit Ian Burton, welcher das Libretto verfasste und Robert Carsen, der fÃ¼r die Regie verantwortlich zeichnet, ein Werk, das sich mit dem zeitlosen Thema Macht und Machtmissbrauch auseinandersetzt. Anhand von Originaltexten des gleichnamigen Schauspiels von William Shakespeare â€“ von Ian Burton gekonnt gekÃ¼rzt und neu arrangiert, jedoch immer auf dem originalen Wortlaut basierend â€“ wird der Aufstieg und Fall Richards III zum KÃ¶nig von England gezeigt. Das Werk wurde vor 6 Jahren vom jetzigen StraÃŸburger Operndirektor Marc ClÃ©meur angeregt, und 2005 an seinem damaligen Schaffensort, der flÃ¤mischen Oper in Antwerpen, uraufgefÃ¼hrt. ClÃ©meur sorgte mit der Ãœbernahme der Oper nach StraÃŸburg, dass das Werk, zuvor auch 2007 in Deutschland gezeigt, weiter in den OpernhÃ¤usern zirkuliert â€“ und das nicht ganz zu unrecht.</p>
<p>Handelt es sich doch hier um ein Unterfangen, welches zeigt, dass Oper auch heute noch lebendig geschrieben und wiedergegeben werden kann, allen AbgesÃ¤ngen zum Trotz. Battistellis Musik kann mehr als vorantreibendes und unterstÃ¼tzendes Element der Handlung bezeichnet werden, denn als tragender KÃ¶rper. Vielmehr zeichnet sich die AuffÃ¼hrung gerade dadurch aus, dass sich die gezeigten Bilder, der Text und die Musik vÃ¶llig ausgleichend die Waage halten. Bis auf wenige Ausnahmen, wie der Introduktion, dem Terzett der adeligen Frauen, der rhythmisch wider Erwarten exakten und mehr getragenen als wilden Schlachtmusik, oder dem Schlussgesang des Chores, gibt es nur wenige erinnerbare HÃ¶rereignisse. Dies trÃ¤gt jedoch dazu bei, dass hier Oper im wahrsten Sinne des Wortes als Gesamtkunstwerk exerziert wird.</p>
<p>Der Boden des BÃ¼hnenraums, welcher Shakespeares Globe Theater Einblick rekonstruiert, wird von rotem Sand ausgefÃ¼llt, auf welchem das Drama seinen Lauf nimmt. Robert Carsen wÃ¤hlte dieses Material, um einerseits auf die VergÃ¤nglichkeit und Ewigkeit der LebenslÃ¤ufe in unserer Welt hinzuweisen, andererseits imitiert er damit eine Arena, die sich Ã¼ber die Jahrhunderte hinweg als Ort nicht nur der gespielten, sondern auch der lebendigen Dramen prÃ¤sentierte. Jeder, der sich auf diesem roten Sand tummelt â€“ tut dies aufgrund einer belasteten Vergangenheit. Eine schÃ¶nes und intelligentes Bild, das lange nachwirkt. Die weiÃŸ geschminkten Gesichter und die schwarzen KostÃ¼me aller SÃ¤ngerinnen und SÃ¤nger  â€“ mit Ausnahme der gedungenen SchlÃ¤chter, die in blutbefleckten GummimÃ¤nteln auftreten â€“ reduzieren die optischen Informationen der Personen auf ein Minimum. Dies stellt jedoch auch eine absolute Verdichtung der Aussagen der jeweils agierenden Personen dar.</p>
<p>Streckenweise fÃ¼hlt man sich stÃ¤rker an eine Kinovorstellung erinnert, denn an eine OpernauffÃ¼hrung, was vor allem auch damit zu tun hat, dass Scott Hendricks, der einen schauspielerisch extrem ausdrucksstarken Richard III gibt, sowohl in seiner Mimik als auch in seiner Gestik stark an Heath Ledgers Oscar gekrÃ¶nten Auftritt als Joker in Batman erinnert. Obwohl die Masken und das BÃ¼hnenbild der Oper bereits 2004/2005 entstanden sind, zeigt sich in der sofortigen, gedanklichen Verbindung zum KinobÃ¶sewicht, wie stark die Bilder der Leinwand und des Fernsehens unsere  Assoziationen und Sehgewohnheiten beeinflussen.  Neben Batman und Richard III war auch Mephisto eine jener groÃŸen literarischen Gestalten, denen das BÃ¶se weiÃŸ in ihr Gesicht geschrieben war. Als unvergesslich ist hier Gustav GrÃ¼ndgens zu nennen, der 1960 als menschenverachtender DÃ¤mon Filmgeschichte schrieb. Einen Hinweis, dass es aber nicht nur einzelne Menschen sind, welche dem BÃ¶sen verfallen, sondern das BÃ¶se in jedem Humanum wohnt, geben die weiteren, allesamt weiÃŸ geschminkten Gesichter der Solisten und des Chores. Sie treten dadurch entpersonifiziert auf, was wiederum der Inszenierung eine Ã¼ber den historischen Bezug hinaus zeitlose GÃ¼ltigkeit verleiht. Diese Transferierung in eine nicht an eine Historie gebundene Dimension ist der ganzen Inszenierung von Carsen eigen und bezeichnet zugleich die StÃ¤rke der AuffÃ¼hrung.</p>
<p>Richard agiert von Beginn an als sich zu seinem BÃ¶sen bekennendes UngetÃ¼m, dessen Gewissensbisse nur in seinen AlptrÃ¤umen und Ã„ngsten am Abend vor der Schlacht sichtbar werden. Er schont weder Familie noch Freunde, um an die Macht zu kommen und diese zu erhalten und kann, solange er sich innerhalb seines eigenen RÃ¤nkespiels befindet, sich sicher sein, auf keine Gegenwehr zu stoÃŸen. Die musikalische Idee Battistellis, Richards blutrÃ¼nstige Ideen jeweils mit einem ansteigenden Pfeifton zu unterstÃ¼tzen, wird nur sehr subtil wahrgenommen und kann als satirischer, augenzwinkernder Verweis auf Wagners Leitmotivthematik verstanden werden.  Dem machtbesessenen KÃ¶nig bietet einzig seine Mutter, die Herzogin von York, interpretiert von  Sara Fulgoni, die Stirn. Sie klagt ihn in einem der musikalisch ausdrucksstÃ¤rksten Momente der Oper an und spricht jenen Fluch aus, der sich auf dem Schlachtfeld erfÃ¼llen soll. Obwohl sich der Librettist getreu an Shakespeares Vorgabe hÃ¤lt, schafft es Caron, die Rolle der Frauen aus einem Blickwinkel zu beleuchten, der in der literarischen Vorlage nicht so stark zum Ausdruck kommt: Als Lady Anne, die Frau Richards III, gesungen von Lisa Houben, Queen Elisabeth, seine SchwÃ¤gerin, interpretiert von Lisa Griffith und die Herzogin von York gemeinsam in einem berÃ¼hrenden lyrischen Terzett die jungen Thronfolger beweinen, die Richard in den Tower sperren lieÃŸ, wird klar, dass es sich um ein Lamento handelt,  das vor und nach ihnen auch Millionen anderer Frauen betraf.</p>
<div id="attachment_430" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/Richard-III-photo-Alain-Kaiser-8.jpg"><img class="size-medium wp-image-430" title="Richard III - Festival Muisca Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/Richard-III-photo-Alain-Kaiser-8-300x199.jpg" alt="Richard III - photo (c) Alan Kaiser" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Richard III - photo (c) Alan Kaiser</p></div>
<p>Sie weinen stellvertretend fÃ¼r all jene, deren MÃ¤nner, VÃ¤ter und SÃ¶hne durch Gewalt ums Leben gekommen sind. Sie sind es auch, die das von MÃ¤nnern verursachte Leid tragen mÃ¼ssen, wenngleich sie auch nicht immer jede Schuld von sich weisen kÃ¶nnen. Lady Anne steht fÃ¼r jene lustvolle Verbindung zur Macht, die sich sehr wohl ihrer Schuld bewusst ist und schlieÃŸlich auch daran zerbricht.</p>
<p>Nach der Traumszene, in welcher die von Richard Ermordeten diesem seinen Tod voraussagen, und der anschlieÃŸenden Schlachtszene, in der viel Blut geschaufelt wird, endet die Oper mit einem tonalen Chor aus dem Off. Battistelli hat das Sprichwort, dass man mit Speck MÃ¤use fÃ¤ngt, wÃ¶rtlich genommen und hebt mit dem Schlusschor, der einer SphÃ¤renmusik gleicht, das Publikum auf Wolken. Man mag dies als geschmÃ¤cklerisch abtun, der Erfolg, der auf den zufriedenen Gesichtern der aus dem Saal StrÃ¶menden zu sehen war, gibt ihm jedenfalls recht.</p>
<p>Scott Hendricks stellte nicht nur mit seinem ausdrucksstarken Spiel sondern auch mit seiner stimmlichen KapazitÃ¤t den Mittelpunkt des Ensembles dar und nicht nur wie im Text,  war sein stÃ¤rkster Gegenpart Sara Fulgoni. Buckingham, gesungen von Urban Malmberg, lieÃŸ seinen hellen BaÃŸ-Bariton klar ertÃ¶nen, was in den vielen Konversationen mit Richard ein ausgleichendes Element zu dessen ungestÃ¼mer SchÃ¤rfe darstellte. Daniel Klajner leitete das Philharmonische Orchester Moulhouse einfÃ¼hlsam und wahrte die vorgegebene Ausgewogenheit zwischen Singstimmen und Orchesterpart bis zum Schluss.</p>
<p>Dass sich diese Oper in einem neuen GebÃ¤ude noch wohler fÃ¼hlen wÃ¼rde als im historischen, nicht allzu groÃŸen Haus in Strasbourg, ist leicht vorstellbar. Hierzu bedarf es aber wahrscheinlich ganz abseits des BÃ¼hnengeschehens noch einiger KÃ¤mpfe.</p>


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		<title>Champ dÂ´action bei Musica</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/champ-d%c2%b4action-bei-musica/418/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 11:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Champ dÂ´action]]></category>
		<category><![CDATA[Mauro Lanza]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Raphael Cendo]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter diesem Titel, der zugleich der Name des an diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter diesem Titel, der zugleich der Name des an diesem Abend agierenden, <a title="Champ dÂ´action beim Festival Musica" href="http://www.champdaction.be/en/" target="_blank">flÃ¤mischen Ensembles</a> fÃ¼r zeitgenÃ¶ssische Musik ist, veranstaltete das Festival Musica in StraÃŸburg ein Konzert, das zwei jungen Komponisten gewidmet war.</p>
<p>Raphael Cendo und Mauro Lanza, beide im Jahr 1975 geboren, lieferten je zwei StÃ¼cke ihres KÃ¶nnens ab. Kurz zusammengefasst kann gesagt werden: Es war ein spannender Abend, Ã¼beraus gut zusammengestellt und ausgewÃ¤hlt mit herausragenden Interpreten und einem Ensemble, welches zeitgenÃ¶ssische Musik so spielt, als ob dies ein Tanz Ã¼ber sechs Autobahnspuren wÃ¤re, welcher die vorbeibrausenden Autos gar nicht zur Kenntnis nimmt. Nicht zuletzt hat Arne Deforce, der die Leitung des Champ dÂ´action inne hat, einen groÃŸen Anteil an diesem Perfektionismus, der sich so prÃ¤sentiert, als wÃ¤ren zeitgenÃ¶ssiche Partituren leicht zu spielen.</p>
<p>Von Raphael Cendo hÃ¶rte man mit â€žAction directeâ€œ und â€žAction paintingâ€œ zwei wahrlich programmatische Titel. In beiden StÃ¼cken arbeitet der gesamte KlangkÃ¶rper beinahe atemlos, schwillt zu LautstÃ¤rken an, die nicht mehr zu Ã¼berbieten sind und arbeitet hÃ¤ufig mit dem Einsatz von ObertÃ¶nen. Sabine Uytterhoeven bearbeitete ihre Bassklarinette im StÃ¼ck â€žAction directeâ€œ mit gewaltiger Atemresonanz und lieÃŸ glaubhaft erkennen, dass die Musik menschliche Emotionen wie aufgestaute Wut, Hass, Hilflosigkeit, Verlassenheit und Entschlossenheit wieder gibt, die bis zum Ã¤uÃŸersten gehenden kÃ¶nnen. Ihr Instrument brÃ¼llte und scharrte in den Tutti, begann aber im Solopart auch zu wimmern, zu lamentieren und leidend zu singen. Einer fixen, geradlinigen Rhythmik unterwarfen sich sowohl die Soloparts, als auch jene des Zusammenspiels, was die Eindringlichkeit der Musik sehr verstÃ¤rkte. Immer wieder kehrende, aufsteigende Glissandi verliehen der Komposition ein Raster, an welches sich das Ohr festhing. Der Titel, der Verbindungen mit der gleichnamigen, franzÃ¶sischen, linksradikalen Terrorgruppe evoziert, fÃ¼hrte auch dazu, dass wÃ¤hrend des HÃ¶rens Bilder des Terrors vor den geistigen Augen des Publikums auftauchten. Auch sein zweites, an diesem Abend vorgestelltes Werk, â€žAction paintingâ€œ erzwang eine wahre innere Bilderflut. Action painting, oder im FranzÃ¶sischen auch als Tachismus bezeichnet, benennt eine Kunstrichtung, in welcher die Maler und Malerinnen ihrem Gestus allen Raum verleihen. Ihre Bilder entstehen in kurzen, begrenzten Malaktionen, in welchen sie so spontan wie mÃ¶glich agieren um dadurch ihre ungefilterte, kÃ¼nstlerische Handschrift zum Ausdruck zu bringen. Momente der Aktion, die zur Raserei ausarten kÃ¶nnen, wechseln mit solchen der Entspannung und der Ãœberlegung â€“ die Protagonisten nehmen Abstand von ihren Bildern, betrachten diese, um danach wieder an sie heranzutreten und in einem neuen Kraftschub weiterzuarbeiten. Raphael Cendos Musik gab dies mehr als bildhaft wieder. Die Tensionen und die ihnen folgenden ErschÃ¶pfungsmomente waren deutlich hÃ¶rbar, ja die im Verlauf des StÃ¼ckes lÃ¤nger werdenden, ruhigeren Reflexionsmomente begannen sich zu Augenblicken zu dehnen, die mit Spannung geladen waren. Spannung vor dem nÃ¤chsten, eruptiven Ausbruch einer Aktion. Ein StÃ¼ck, das vom Ensemble den intensiven Einsatz aller Beteiligten verlangte, was diesen aber auch voll und ganz gelang.</p>
<p>Mit den beiden Werken â€žErba nera che cresci segno nero tu viviâ€œ und â€žAschenblumeâ€œ des italienischen Komponisten Mauro Lanzo standen zwei StÃ¼cke auf dem Programm, die jenen von Cenda nicht gerade entgegengesetzt gegenÃ¼berstehen, jedoch eine andere kompositorische Handschrift aufweisen und Cendas Werke an diesem Abend komplementÃ¤r ergÃ¤nzten â€“ oder wenn man mÃ¶chte, so kann man dies auch umgekehrt sehen. Im ersten Werk â€žErba neraâ€œ brillierte die Sopranistin Donatienne Michel-Dansac, indem sie mit ihrer lyrischen Stimme Ã¼ber der elektronisch eingespielten Glockenbegleitung, die teilweise rein rhythmische Passagen Ã¼bernahm, eine arabeske Linie legte. Das StÃ¼ck ist so angelegt, dass die SÃ¤ngerin die EinsÃ¤tze der sound-files nach ihren Fermaten mitbestimmen kann, was zugleich bedeutet, dass ein gewisser Handlungsspielraum fÃ¼r jede neue AuffÃ¼hrung gegeben ist. Was sich zu Beginn als einfache, fast kindliche Melodie prÃ¤sentierte, in welcher die SÃ¤ngerin der Silbenfolge des Textes anmutig Ausdruck verlieh, entwickelte sich zu einem komplexen Klangteppich, der mehrere BrÃ¼che aufwieÃŸ. Der Schluss, in welchem nach einer langen Fermate in hoher Lage gesungen, sich die elektronische Begleitung langsam entfernt, kann nur als schÃ¶ner Zauber beschrieben werden. Ein Moment, der den Saal in Atem und RÃ¼hrung zu halten schien. Das zweite Werk von Mauro Lanza, â€žAschenblumeâ€œ wird sich garantiert als Dauerbrenner in den KonzertsÃ¤len der Welt festsetzen. Selten gibt es StÃ¼cke, die neben ihrer SchÃ¶nheit auch eine so nachvollziehbare, kompositorische Klarheit besitzen, wie dieses. In der ersten HÃ¤lfte des StÃ¼ckes treten zwei kurze Themen â€“ jedoch mit unterschiedlichen SchlÃ¼ssen â€“ wie in Reimform â€“ hintereinander in unterschiedlicher Abfolge immer wieder auf. Eine wesentliche Rolle Ã¼bernimmt hier das Klavier, welches perlt und hÃ¼pft und auf weite Strecken die Durchsichtigkeit der Komposition ausmacht. Ihm gegenÃ¼ber steht ein ausdrucksstarker Streicher- und Percussionblock, welcher nach ungefÃ¤hr der HÃ¤lfte des StÃ¼ckes die Oberhand gewinnt. Zu Ende hin entwickelt sich die Musik ins Fortissimo fÃ¼r alle Instrumente â€“ was an diesem Abend wie ein sich schlieÃŸender Kreis zum ersten, erklungenen Werk von Cendo aufgefasst werden konnte. Mauro Lanza schuf ein einzigartiges StÃ¼ck, welches â€“ was selten in der zeitgenÃ¶ssischen Musik ist- den originÃ¤ren Charakter der Instrumente belÃ¤ÃŸt, und dennoch zukunftsweisende klangliche Momente schafft, die an SchÃ¶nheit nicht mehr zu Ã¼berbieten sind.</p>
<p>Weitere Infos zum Festival unter: <a title="Festival Musica Strasbourg" rel="nofolow" href="http://www.festival-musica.org/" target="_blank">http://festival-musica.org</a></p>


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		<title>Philharmonisches Orchester Freiburg beim Festival Musica</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 11:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Cavannas]]></category>
		<category><![CDATA[Fausto Romitelli]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Maria Staud]]></category>
		<category><![CDATA[Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Rahmen des Festivals Musica gastierte das Philharmon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des <a title="Festival Musica Strasbourg" href="http://www.festival-musica.org">Festivals Musica</a> gastierte das Philharmonische Orchester Freiburg unter der Leitung von Fabrice Bollon mit drei Werken zeitgenÃ¶ssischer Komponisten in StraÃŸburg. Das Programm enthielt die StÃ¼cke Dead City Radio. Audiodrome aus dem Jahre 2003 vom nur 41jÃ¤hrig verstorbenen Komponisten Fausto Romitelli, sowie â€žIm Lichte â€“ Musik fÃ¼r 2 Klaviere und Orchesterâ€œ des jungen Ã–sterreichers Johannes Maria Staud. Zum Abschluss wurde Bernard Cavannas â€žKarl Koop Konzertâ€œ aus dem Jahre 2008 prÃ¤sentiert, welches er seinem GroÃŸvater widmete. Der Abend zeigte klar und deutlich, dass die drei Komponisten trotz aller unterschiedlichen ZugÃ¤nge zu ihren Themen eine Formensprache gefunden haben, welche die ZuhÃ¶rerinnen und ZuhÃ¶rer in ihren Bann zog. Und weiters, dass sie alle drei gewillt waren, erzÃ¤hlerische Momente in ihre Musik einflieÃŸen zu lassen.</p>
<p>Fausto Romitellis schuf mit seinem StÃ¼ck, das sich mit der Ãœbertragung von Informationen in einem bestimmten Kanal beschÃ¤ftigt, eine symphonische Arbeit, in der er ein bekanntes Thema von Richard StrauÃŸÂ´ Alpensymphonie zu Anfang offen legt. Dieses wird im Verlaufe des StÃ¼ckes verkÃ¼rzt, Ã¼berlagert, unterbrochen und mit EinsprÃ¤ngseln unterschiedlicher Percussionsinstrumente versehen, so lange, bis nichts mehr davon Ã¼brig geblieben ist, nur mehr eine von fern erklingende Reminiszenz in den Schlusstakten. Romitelli gelang es wunderbar, Interferenzen hÃ¶rbar zu machen und es fiel nicht schwer, seine Botschaft zu verstehen die da heiÃŸt: Das Medium bestimmt die Information. Ein Thema, dass heute mehr denn je aktuell ist. Dass Romitelli eine Information â€žÃ¼ber den Ã„therâ€œ sendet, die eine musikalische ist, liegt fast auf der Hand, dennoch gilt die Verfremdung und ZerstÃ¼ckelung bis zur Unkenntlichkeit auch fÃ¼r jede andere Informationsart.</p>
<div id="attachment_414" class="wp-caption alignleft" style="width: 213px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/STAUDUniversal.jpg"><img class="size-medium wp-image-414" title="Johannes Maria Staud Festival Musica Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/STAUDUniversal-203x300.jpg" alt="Johannes Maria Staud    Foto:Â© Helmut Wiederin" width="203" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Johannes Maria Staud                Foto: Â©Helmut Wiederin</p></div>
<p>Mit der AuffÃ¼hrung des Werkes â€žIm Lichteâ€œ gelang eine franzÃ¶sische Premiere. Der Ã–sterreicher Johannes Maria Staud verwendet die Sprache der Musik stÃ¤rker als seine an diesem Abend vertretenen Kollegen dazu, sie auch rÃ¼ckbezÃ¼glich, das bedeutet im Hinblick auf Musikhistorie zu untersuchen, abzuwandeln und neu aufzustellen. Der Begriff der Postmoderne ist hier nicht fehl am Platz, wenngleich seine Arbeit als eigenstÃ¤ndiges, nicht rÃ¼ckwÃ¤rtsgewandtes Werk Bestand hat. Der Part der beiden Klaviere, die nach Staud, wie ein einziges klingen sollen, ist beeindruckend geschrieben und die groÃŸen Wellenbewegungen, die das StÃ¼ck beinhaltet, tragen die ZuhÃ¶rerinnen und ZuhÃ¶rer in einem Strom bis zum Schluss. Ein Strom zwar, der sich durch Strudel kennzeichnet und manches Mal statt eines vermeintlichen VorwÃ¤rtskommen ein ZurÃ¼ckschwappen erzwingt, durch einen allgemeinen, grÃ¶ÃŸeren VorwÃ¤rtsdrang sich jedoch immer wieder in seinem fortfÃ¼hrenden Lauf bestÃ¤tigt. Die Klavierparts wurden von Tamara Stefanovich und Florent Boffard ideal ausgefÃ¼hrt, verstanden sie sich offensichtlich ganz im Sinne des Komponisten als ein einziger KlangkÃ¶rper, was groÃŸe PrÃ¤zision und ein noch grÃ¶ÃŸeres EinfÃ¼hlungsvermÃ¶gen voraussetzt.</p>
<p>Den Abschluss des Abends bildete das Konzert fÃ¼r Akkordeon und Orchester von Bernard Cavanna, das den Untertitel Comedie populaire, sociale et realiste nicht zu Unrecht trÃ¤gt. Geschrieben als Erinnerung an seinen GroÃŸvater, der in der englischen Gefangenschaft wÃ¤hrend des ersten</p>
<div id="attachment_415" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/CAVANNA-Pierre-Gafner.jpg"><img class="size-medium wp-image-415" title="CAVANNA  Festival Musica Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/CAVANNA-Pierre-Gafner-300x211.jpg" alt="Bernard Cavanna  (c) Pierre Gafner" width="300" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">Bernard Cavanna  (c) Pierre Gafner</p></div>
<p>Weltkrieges vom roten Kreuz ein Akkordeon erhielt, widmete der Komponist das Werk dem Akkordeonisten Pascal Contet, der den Solopart auch bei dieser AuffÃ¼hrung Ã¼bernahm. StÃ¤rker als bei den beiden zuvor erklungenen Werken trennt Cavanna die SÃ¤tze voneinander, ohne jedoch tatsÃ¤chlich diese abgeschlossen zu prÃ¤sentieren. Der lange rasende, das Akkordeon voll auslotende und in Anspruch nehmende erste Satz kippt schlieÃŸlich beinahe unvermutet innerhalb weniger Takte in den zweiten, der von Ruhe getragen ist. Er erlaubt, die zuvor entstandene Atemlosigkeit zu bannen und Luft zu holen. Die ersten Takte des dritten Satzes â€žGalop pompierâ€œ genannt, verursachen unwillkÃ¼rlich einen Heiterkeitsausbruch beim Publikum, wenn der 2/4 Takt Johann StrauÃŸÂ´sche Tanzmusik imitiert. Das Ã¼beraus kurze Finale lÃ¤sst noch einmal mit NachklÃ¤ngen der aufsteigenden Melodiewirbel des Beginns des StÃ¼ckes aufhorchen. Ihr hier jedoch nur mehr zarter Nachhall markiert das Ballende. Cavanna hat mit diesem StÃ¼ck eine wunderbare Hymne auf seinen GroÃŸvater geschaffen, der sich und seine Familie in der allgemeinen Arbeitslosigkeit der 30er Jahre mit dem Akkordeonspiel auf BÃ¤llen ernÃ¤hrte.</p>
<p>Der Dirigent Fabrice Bollon leitete ein motiviertes, auf Transparenz bedachtes Philharmonisches Orchester Freiburg und bestÃ¤tigte sich dadurch als ausgezeichneter Orchesterleiter fÃ¼r StÃ¼cke zeitgenÃ¶ssischer Musik.</p>


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		<title>StraÃŸburg, du Kulturvolle!</title>
		<link>http://european-cultural-news.com/strasburg-du-kulturvolle/406/</link>
		<comments>http://european-cultural-news.com/strasburg-du-kulturvolle/406/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 15:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Melange]]></category>
		<category><![CDATA[Fresco]]></category>
		<category><![CDATA[Musica]]></category>
		<category><![CDATA[Spoon]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg]]></category>
		<category><![CDATA[StraÃŸburg]]></category>

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		<description><![CDATA[ErÃ¶ffnung des Festivals Musica

Als Ã–sterreicherin, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ErÃ¶ffnung des Festivals Musica</p>
<p>Als Ã–sterreicherin, seit 4 Jahren an verschiedenen Orten im Ausland lebend, habe ich eine Stadt gefunden, die (fast) alle meine kulturellen WÃ¼nsche erfÃ¼llt. Und das in einem AusmaÃŸ, welches fÃ¼r mich vorher nicht vorstellbar gewesen war. Ich spreche von StraÃŸburg oder auf franzÃ¶sisch Strasbourg, der Hauptstadt des Elsass. Das kulturelle Angebot ist â€“ obwohl die Stadt nicht mehr als 280.000 Einwohner hat (mit dem Umland aber immerhin knapp eine halbe Million!) â€“ riesengroÃŸ, und vieles davon ist fÃ¼r die BevÃ¶lkerung kostenfrei zu konsumieren. Dies hÃ¤ngt damit zusammen, dass die jetzige Stadtregierung unter ihrem BÃ¼rgermeister Roland Ries dafÃ¼r Sorge trÃ¤gt, dass Kultur fÃ¼r mÃ¶glichst viele Menschen frei zugÃ¤ngig ist.</p>
<div id="attachment_407" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/combo01.jpg"><img class="size-medium wp-image-407" style="margin: 2px;" title="Fresco - Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/combo01-300x225.jpg" alt="Fresco - Strasbourg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blasorchester anlÃ¤sslich der Musica ErÃ¶ffnung in Strasbourg</p></div>
<p>So geschehen zum Beispiel am vergangenen Wochenende, an welchem das Festival Musica, ein Festival fÃ¼r zeitgenÃ¶ssische Musik erÃ¶ffnet wurde. Dies geschah am Samstagnachmittag mit dem Konzert  â€žFrescoâ€œ fÃ¼r 5 Blasorchester von Luca Francesconi, einem 1956 geborenen Italiener. Dieser ging in seinem Werk der Frage nach, wie man heute Musik aus den heiligen Hallen des Konzerthauses nach auÃŸen transportieren kÃ¶nne und schrieb eine Partitur, in welcher er die 5 ausfÃ¼hrenden Orchester als â€žgroÃŸe, musikalische Tiereâ€œ bezeichnet. Jedes Orchester, ausgestattet mit einem BlÃ¤ser- und SchlagwerkkÃ¶rper von insgesamt ca. 50 Personen, bewegte sich von jeweils anderen Ausgangspositionen, die ungefÃ¤hr 500 Meter im Umkreis der Kathedrale lagen, hin zum zentralen Treffpunkt vor der beeindruckenden gotischen Kirche. Die Blasmusikkapellen, rekrutiert aus kleinen Orten des elsÃ¤ssischen Umlandes, spielten ein und das selbe StÃ¼ck wÃ¤hrend ihres Ganges zum MÃ¼nsterplatz immer und immer wieder. Genauer gesagt waren es 5 Landeshymnen, wobei jeder KlangkÃ¶rper nur eine Hymne intonierte.  Man konnte einem Orchester zu FuÃŸ auf seinem Weg zum Zielpunkt folgen und hÃ¶rte, je nÃ¤her man diesem Platz kam, auch von ferne die Klangfetzen der anderen Kapellen. dem Platz vor der Kathedrale befanden sich die ZuhÃ¶rer zwischen den einzelnen Orchestern, die sich sternfÃ¶rmig postiert hatten. Sie hatten sich nach dem Zufallsprinzip an ihren PlÃ¤tzen eingefunden, teils waren sie unwissend als Passanten dazugekommen, teils hatten sie die AuffÃ¼hrung jedoch auch erwartet, ihr jeweiliger Standplatz ergab sich aber aus der Verschiebung der Menschenmasse, die den Orchestern Platz machen mussten. Nun folgten die Musiker einem jungen Dirigenten, der die 5 Orchester als eine Formation dirigierte. Die  klangintensive Musik bewegte sich in Wellen zwischen den einzelnen Kapellen hin und her und schwoll bis zu ihrem HÃ¶hepunkt an, ohne jedoch danach abrupt zu enden. Denn die Musiker innen und Musiker begannen, sich spielend zurÃ¼ckzuziehen, indem sie sich ihren eigenen Weg durch die Menschenmenge, weg vom Platz bahnten. Auf diese Weise verklang das StÃ¼ck auf andere Weise, wie es in der</p>
<div id="attachment_408" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/dirigent01.jpg"><img class="size-medium wp-image-408" title="Musica Kathedrale Strasbourg" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/09/dirigent01-300x173.jpg" alt="Aiuftakt der Musica am MÃ¼nsterplatz in StraÃŸburg" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Auftakt der Musica am MÃ¼nsterplatz in StraÃŸburg</p></div>
<p>Anfangsphase zu hÃ¶ren gewesen war. Die IndividualitÃ¤t der Musiker und Musikerinnen stand nun im Vordergrund, ganz im Gegensatz zur den zuvor parademÃ¤ÃŸig aufgefÃ¼hrten Orchesterformationen. Luca Francesconi begeisterte das Publikum mit einem komplexen Werk, das durch seine choreographierte AuffÃ¼hrung durch die Innenstadt, auch ein kulturpolitisches und soziales Statement abgab. FÃ¼r viele der Musikerinnen und Musiker dÃ¼rfte das Einstudieren der zeitgenÃ¶ssischen Partitur eine Herausforderung und Neuland gewesen sein â€“ fÃ¼r viele Passanten ein gÃ¤nzlich neues HÃ¶rerlebnis.  Das Eintauchen in zeitgenÃ¶ssische Musik, das oft als sperrig und unangenehm bezeichnet wird, gewann hier gÃ¤nzlich ungezwungenen Charakter mit Klangerlebnissen, welche auch mit der Neugier der Passanten spekulierte. Ein wunderbarer Auftakt, der deutlich machte, dass zeitgenÃ¶ssische Musik keineswegs nur von einer musikalisch gebildeten Elite konsumierbar ist. Es war wunderbar zu sehen, wie sich die Menschen, von den kleinen Kindern bis hin zu Seniorengruppen, die StraÃŸburg offenkundig touristisch erkundeten, neugierig nach den Klangwolken umhÃ¶rten, lauschten, lachten, klatschten und sich als Teil der AuffÃ¼hrung verstanden. Besser kann Kultur nicht unter ein Publikum gebracht werden! Hier kÃ¶nnen Sie sich das Konzert ansehen:</p>
<p><object id="playerArteLiveWeb" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="450" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="quality" value="high" /><param name="src" value="http://arte.vo.llnwd.net/o21/liveweb/flash/player.swf?eventId=397&amp;admin=false&amp;mode=prod&amp;embed=true" /><param name="name" value="playerArteLiveWeb" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="playerArteLiveWeb" type="application/x-shockwave-flash" width="450" height="255" src="http://arte.vo.llnwd.net/o21/liveweb/flash/player.swf?eventId=397&amp;admin=false&amp;mode=prod&amp;embed=true" name="playerArteLiveWeb" quality="high" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Der Sonntag schlieÃŸlich glÃ¤nzte mit 18 Konzerten bei freiem Eintritt, die zum groÃŸen Teil von Studierenden des StraÃŸburger Konservatoriums  gestaltet worden waren. Aber auch bekannte und herausragende Solisten und Ensembles nahmen daran teil, ohne dass das Publikum dafÃ¼r Karten hÃ¤tte kaufen mÃ¼ssen. Im AuffÃ¼hrungsgebÃ¤ude, der â€žCitÃ© de la musique et de la danseâ€œ, das Ã¼ber zahlreiche KonzertrÃ¤ume verfÃ¼gt, konnte man fast nahtlos nacheinander den ganzen Nachmittag Konzerten zeitgenÃ¶ssischer Musik beiwohnen. Die Palette reichte von Komponisten, die in ihrer Musik BezÃ¼ge zu Johann Sebastian Bach aufzeigen, Ã¼ber ein Konzert des Ensemble Ictus, einer belgischen Formation, die mit der Minimalmusik von Tom Johnson auftrat, bis hin zur Jazzformation Spoon, einem Trio, welches sich aus Musikstudenten der Jazzklasse  zusammensetzte.  Die vollen RÃ¤ume zeigten, wie groÃŸ das Ã¶ffentliche Interesse an AuffÃ¼hrungen dieser Art ist und das es nicht stimmt, dass zeitgenÃ¶ssische Musik nur schwer an Frau oder Mann gebracht werden kann. Insgesamt nahmen 2300 Menschen an diesem Nachmittag an den Konzerten teil, was keiner weiteren Kommentierung mehr bedarf.</p>
<p>Die Jazzer der Gruppe <a title="Spoon Jazzer aus Strasbourg" href="http://www.myspace.com/spoontrio" target="_blank">Spoon</a> brachte die kleine Cafeterie, in der sie ihr Konzert gaben, zum Kochen. Ihre selbst komponierten StÃ¼cke mit freejazzigen Passagen und exakt durchexerzierten, teilweise rhythmisch rasch wechselnden Stellen brÃ¼llten und hÃ¤mmerten, jammerten und pochten, je nachdem wie die Instrumente zum Einsatz gelangten. Herausragend war der junge Bassist StÃ©phane Clor, der sein Instrument nicht als Begleit- sondern als solistisches Tonwerkzeug versteht und auch so einsetzt. Er zeigte in den 45 Minuten, welcher Klangreichtum aus einer Bassgitarre zu holen ist und fÃ¼hrte streckenweise das Ensemble mit Bravour. Zu bewundern waren aber auch der Saxophonist Colin Petit und der Schlagzeuger Anatole Petit, deren kÃ¶rperlicher Einsatz schon beinahe schmerzend am eigenen Leib nachempfunden werden konnte. Ein tolles Konzert, bei welchem vor allem die AuffÃ¼hrungs- und Spielfreude der jungen Musiker, ganz abgesehen von ihrer MusikalitÃ¤t, beeindruckte.</p>
<p>Was die Jazzmusiker an ÃœberfÃ¼lle boten, glich das Ensemble Ictus mit seiner minimalistischen Musik von Tom Johnson wieder vÃ¶llig aus. In vier StÃ¼cken, begleitet vom ErzÃ¤hler Jean-Luc Fafchamps, selbst Komponist und Pianist und Ensemblemitglied von Ictus, zeigten die Musiker, dass Musik auch einem rein mathematisch- logischen Kompositionsprinzip folgen kann. Das Umwerfende daran war die den StÃ¼cken, durch die kleinen ErzÃ¤hlungen davor, innewohnende Komik, wenn zum Beispiel Johnson erklÃ¤rt, wie viele MÃ¶glichkeiten es gibt, 4 MÃ¤nner und 4 Frauen an einem Tisch zum Essen zu versammeln. Jedem Mann und jeder Frau wurde ein bestimmter Ton zugeteilt und je nach Sitzordnung, erklangen dann die TÃ¶ne abwechselnd hintereinander. Ein RiesenspaÃŸ, der auch mathematisch unbegabten Menschen  zeigte, dass das Spiel mit Zahlen interessant und lustig sein kann. Eine wahrlich tolle VorfÃ¼hrung, die minimalistische Musik einmal von einer anderen, lustvollen Seite zeigte.</p>
<p>Zu hÃ¶ren sind einige der Konzerte, welche durch Arte und france musique aufgezeichnet wurden hier:<br />
<object id="playerArteLiveWeb" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="quality" value="high" /><param name="src" value="http://arte.vo.llnwd.net/o21/liveweb/flash/player.swf?eventId=398&amp;admin=false&amp;mode=prod&amp;embed=true" /><param name="name" value="playerArteLiveWeb" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="playerArteLiveWeb" type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="320" src="http://arte.vo.llnwd.net/o21/liveweb/flash/player.swf?eventId=398&amp;admin=false&amp;mode=prod&amp;embed=true" name="playerArteLiveWeb" quality="high" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ganz nebenbei sei noch erwÃ¤hnt, dass am Samstag eine GratisauffÃ¼hrung einer Musikrevue zu sehen war, die das Leben des Dada-KÃ¼nstlers Jean Hans Arp unterhaltsam ausschnitthaft nachvollzog. Mehr Ã¼ber diese Vorstellung gibtÂ´s jedoch in einem gesonderten Bericht in den nÃ¤chsten Tagen.</p>
<p>Aufgrund der StraÃŸburger Kulturpolitik ist es mÃ¶glich, Kunst auf hohem Niveau zu genieÃŸen, ohne dafÃ¼r ein Sparbuch opfern zu mÃ¼ssen. Ein Beispiel, das in Europa Schule machen sollte!</p>
<p>Weitere Informationen gibtÂ´s auf der Webseite von Musica: <a title="Webseite Musica Strasbourg" href="StraÃŸburg, du Kulturvolle! ErÃ¶ffnung des Festivals Musica Als Ã–sterreicherin, seit 4 Jahren an verschiedenen Orten im Ausland lebend, habe ich eine Stadt gefunden, die (fast) alle meine kulturellen WÃ¼nsche erfÃ¼llt. Und das in einem AusmaÃŸ, welches fÃ¼r mich vorher nicht vorstellbar gewesen war. Ich spreche von StraÃŸburg oder auf franzÃ¶sisch Strasbourg, der Hauptstadt des Elsass. Das kulturelle Angebot ist â€“ obwohl die Stadt nicht mehr als 280.000 Einwohner hat (mit dem Umland aber immerhin knapp eine halbe Million!) â€“ riesengroÃŸ, und vieles davon ist fÃ¼r die BevÃ¶lkerung kostenfrei zu konsumieren. Dies hÃ¤ngt damit zusammen, dass die jetzige Stadtregierung unter ihrem BÃ¼rgermeister Roland Ries dafÃ¼r Sorge trÃ¤gt, dass Kultur fÃ¼r mÃ¶glichst viele Menschen frei zugÃ¤ngig ist. So geschehen zum Beispiel am vergangenen Wochenende, an welchem das Festival Musica, ein Festival fÃ¼r zeitgenÃ¶ssische Musik erÃ¶ffnet wurde. Dies geschah am Samstagnachmittag mit dem Konzert  â€žFrescoâ€œ fÃ¼r 5 Blasorchester von Luca Francesconi, einem 1956 geborenen Italiener. Dieser ging in seinem Werk der Frage nach, wie man heute Musik aus den heiligen Hallen des Konzerthauses nach auÃŸen transportieren kÃ¶nne und schrieb eine Partitur, in welcher er die 5 ausfÃ¼hrenden Orchester als â€žgroÃŸe, musikalische Tiereâ€œ bezeichnet. Jedes Orchester, ausgestattet mit einem BlÃ¤ser- und SchlagwerkkÃ¶rper von insgesamt ca. 50 Personen, bewegte sich von jeweils anderen Ausgangspositionen, die ungefÃ¤hr 500 Meter im Umkreis der Kathedrale lagen, hin zum zentralen Treffpunkt vor der beeindruckenden gotischen Kirche. Die Blasmusikkapellen, rekrutiert aus kleinen Orten des elsÃ¤ssischen Umlandes, spielten ein und das selbe StÃ¼ck wÃ¤hrend ihres Ganges zum MÃ¼nsterplatz immer und immer wieder. Genauer gesagt waren es 5 Landeshymnen, wobei jeder KlangkÃ¶rper nur eine Hymne intonierte.  Man konnte einem Orchester zu FuÃŸ auf seinem Weg zum Zielpunkt folgen und hÃ¶rte, je nÃ¤her man diesem Platz kam, auch von ferne die Klangfetzen der anderen Kapellen. dem Platz vor der Kathedrale befanden sich die ZuhÃ¶rer zwischen den einzelnen Orchestern, die sich sternfÃ¶rmig postiert hatten. Sie hatten sich nach dem Zufallsprinzip an ihren PlÃ¤tzen eingefunden, teils waren sie unwissend als Passanten dazugekommen, teils hatten sie die AuffÃ¼hrung jedoch auch erwartet, ihr jeweiliger Standplatz ergab sich aber aus der Verschiebung der Menschenmasse, die den Orchestern Platz machen mussten. Nun folgten die Musiker einem jungen Dirigenten, der die 5 Orchester als eine Formation dirigierte. Die  klangintensive Musik bewegte sich in Wellen zwischen den einzelnen Kapellen hin und her und schwoll bis zu ihrem HÃ¶hepunkt an, ohne jedoch danach abrupt zu enden. Denn die Musiker innen und Musiker begannen, sich spielend zurÃ¼ckzuziehen, indem sie sich ihren eigenen Weg durch die Menschenmenge, weg vom Platz bahnten. Auf diese Weise verklang das StÃ¼ck auf andere Weise, wie es in der Anfangsphase zu hÃ¶ren gewesen war. Die IndividualitÃ¤t der Musiker und Musikerinnen stand nun im Vordergrund, ganz im Gegensatz zur den zuvor parademÃ¤ÃŸig aufgefÃ¼hrten Orchesterformationen. Luca Francesconi begeisterte das Publikum mit einem komplexen Werk, das durch seine choreographierte AuffÃ¼hrung durch die Innenstadt, auch ein kulturpolitisches und soziales Statement abgab. FÃ¼r viele der Musikerinnen und Musiker dÃ¼rfte das Einstudieren der zeitgenÃ¶ssischen Partitur eine Herausforderung und Neuland gewesen sein â€“ fÃ¼r viele Passanten ein gÃ¤nzlich neues HÃ¶rerlebnis.  Das Eintauchen in zeitgenÃ¶ssische Musik, das oft als sperrig und unangenehm bezeichnet wird, gewann hier gÃ¤nzlich ungezwungenen Charakter mit Klangerlebnissen, welche auch mit der Neugier der Passanten spekulierte. Ein wunderbarer Auftakt, der deutlich machte, dass zeitgenÃ¶ssische Musik keineswegs nur von einer musikalisch gebildeten Elite konsumierbar ist. Es war wunderbar zu sehen, wie sich die Menschen, von den kleinen Kindern bis hin zu Seniorengruppen, die StraÃŸburg offenkundig touristisch erkundeten, neugierig nach den Klangwolken umhÃ¶rten, lauschten, lachten, klatschten und sich als Teil der AuffÃ¼hrung verstanden. Besser kann Kultur nicht unter ein Publikum gebracht werden! Der Sonntag schlieÃŸlich glÃ¤nzte mit 18 Konzerten bei freiem Eintritt, die zum groÃŸen Teil von Studierenden des StraÃŸburger Konservatoriums  gestaltet worden waren. Aber auch bekannte und herausragende Solisten und Ensembles nahmen daran teil, ohne dass das Publikum dafÃ¼r Karten hÃ¤tte kaufen mÃ¼ssen. Im AuffÃ¼hrungsgebÃ¤ude, der â€žCitÃ© de la musique et de la danseâ€œ, das Ã¼ber zahlreiche KonzertrÃ¤ume verfÃ¼gt, konnte man fast nahtlos nacheinander den ganzen Nachmittag Konzerten zeitgenÃ¶ssischer Musik beiwohnen. Die Palette reichte von Komponisten, die in ihrer Musik BezÃ¼ge zu Johann Sebastian Bach aufzeigen, Ã¼ber ein Konzert des Ensemble Ictus, einer belgischen Formation, die mit der Minimalmusik von Tom Johnson auftrat, bis hin zur Jazzformation Spoon, einem Trio, welches sich aus Musikstudenten der Jazzklasse  zusammensetzte.  Die vollen RÃ¤ume zeigten, wie groÃŸ das Ã¶ffentliche Interesse an AuffÃ¼hrungen dieser Art ist und das es nicht stimmt, dass zeitgenÃ¶ssische Musik nur schwer an Frau oder Mann gebracht werden kann. Insgesamt nahmen 2300 Menschen an diesem Nachmittag an den Konzerten teil, was keiner weiteren Kommentierung mehr bedarf.  Die Jazzer der Gruppe Spoon brachte die kleine Cafeterie, in der sie ihr Konzert gaben, zum Kochen. Ihre selbst komponierten StÃ¼cke mit freejazzigen Passagen und exakt durchexerzierten, teilweise rhythmisch rasch wechselnden Stellen brÃ¼llten und hÃ¤mmerten, jammerten und pochten, je nachdem wie die Instrumente zum Einsatz gelangten. Herausragend war der junge Bassist StÃ©phane Clor, der sein Instrument nicht als Begleit- sondern als solistisches Tonwerkzeug versteht und auch so einsetzt. Er zeigte in den 45 Minuten, welcher Klangreichtum aus einer Bassgitarre zu holen ist und fÃ¼hrte streckenweise das Ensemble mit Bravour. Zu bewundern waren aber auch der Saxophonist Colin Petit und der Schlagzeuger Anatole Petit, deren kÃ¶rperlicher Einsatz schon beinahe schmerzend am eigenen Leib nachempfunden werden konnte. Ein tolles Konzert, bei welchem vor allem die AuffÃ¼hrungs- und Spielfreude der jungen Musiker, ganz abgesehen von ihrer MusikalitÃ¤t, beeindruckte. Was die Jazzmusiker an ÃœberfÃ¼lle boten, glich das Ensemble Ictus mit seiner minimalistischen Musik von Tom Johnson wieder vÃ¶llig aus. In vier StÃ¼cken, begleitet vom ErzÃ¤hler Jean-Luc Fafchamps, selbst Komponist und Pianist und Ensemblemitglied von Ictus, zeigten die Musiker, dass Musik auch einem rein mathematisch- logischen Kompositionsprinzip folgen kann. Das Umwerfende daran war die den StÃ¼cken, durch die kleinen ErzÃ¤hlungen davor, innewohnende Komik, wenn zum Beispiel Johnson erklÃ¤rt, wie viele MÃ¶glichkeiten es gibt, 4 MÃ¤nner und 4 Frauen an einem Tisch zum Essen zu versammeln. Jedem Mann und jeder Frau wurde ein bestimmter Ton zugeteilt und je nach Sitzordnung, erklangen dann die TÃ¶ne abwechselnd hintereinander. Ein RiesenspaÃŸ, der auch mathematisch unbegabten Menschen  zeigte, dass das Spiel mit Zahlen interessant und lustig sein kann. Eine wahrlich tolle VorfÃ¼hrung, die minimalistische Musik einmal von einer anderen, lustvollen Seite zeigte.   Zu hÃ¶ren sind einige der Konzerte, welche durch Arte und france musique aufgezeichnet wurden unter www.arteliveweb.com Ganz nebenbei sei noch erwÃ¤hnt, dass am Samstag eine GratisauffÃ¼hrung einer Musikrevue zu sehen war, die das Leben des Dada-KÃ¼nstlers Jean Hans Arp unterhaltsam ausschnitthaft nachvollzog. Mehr Ã¼ber diese Vorstellung gibtÂ´s jedoch in einem gesonderten Bericht in den nÃ¤chsten Tagen. Aufgrund der StraÃŸburger Kulturpolitik ist es mÃ¶glich, Kunst auf hohem Niveau zu genieÃŸen, ohne dafÃ¼r ein Sparbuch opfern zu mÃ¼ssen. Ein Beispiel, das in Europa Schule machen sollte! Weitere Informationen gibtÂ´s auf der hp von Musica: http://www.festival-musica.org/edito" target="_blank">http://www.festival-musica.org/edito</a></p>


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